ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2009Europäisches Parlament: Einsatz für die Belange der deutschen Medizin

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Europäisches Parlament: Einsatz für die Belange der deutschen Medizin

Spielberg, Petra

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Peter Liese Fotos: Europäisches Parlament
Peter Liese Fotos: Europäisches Parlament
Die deutsche Ärzteschaft kann auch in den kommenden fünf Jahren auf engagierte Fürsprecher aus den eigenen Reihen im Europäischen Parlament (EP) vertrauen. Bei der Europawahl Anfang Juni schafften sowohl der nordbadische Allgemeinmediziner Dr. med. Thomas Ulmer als auch der aus dem südwestfälischen Meschede stammende Arzt Dr. med. Peter Liese den Einzug ins EP. Für den 44-jährigen Christdemokraten Liese ist es bereits die vierte Legislaturperiode; sein Parteifreund Ulmer hat sein Straßburger Mandat seit 2004 inne.

Der 52-jährige Ulmer, der sein Medizinstudium in Heidelberg, Mannheim und Freiburg absolviert hat, ist seit Beginn seiner Studienzeit im Jahr 1976 auch politisch aktiv. Nach seiner Promotion in Mannheim im Jahr 1982 arbeitete Ulmer unter anderem in der Chirurgie und Intensivmedizin sowie in der Inneren Medizin, bevor er 1986 seine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin abschloss.

Thomas Ulmer
Thomas Ulmer
1986 ließ sich Ulmer in Mosbach in eigener Praxis nieder, die er seit Beginn seiner Parlamentstätigkeit vor fünf Jahren gemeinsam mit einer Kollegin führt. Um sein politisches Mandat mit der medizinischen Tätigkeit verbinden zu können, arbeitet Ulmer mitunter bis zu 100 Stunden in der Woche.

In Straßburg und Brüssel gilt sein Interesse neben der Gesundheitspolitik Themen wie der Asyl- und Einwanderungspolitik, der Daseinsvorsorge, der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der Energie- und Regionalpolitik. In der kommenden Legislaturperiode will sich Ulmer für nachvollziehbare und unbürokratische Regelungen bei der Finanzierung medizinischer Leistungen im EU-Ausland einsetzen.

Liese richtet sein Hauptaugenmerk als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bioethik der christdemokratisch-konservativen Fraktion und als Koordinator im nicht ständigen Ausschuss für Humangenetik und die anderen neuen Technologien der modernen Medizin des EP darauf, eine Kommerzialisierung des menschlichen Körpers oder seiner Teile zu verhindern.

Das Engagement für biomedizinische und ethische Themen kommt nicht von ungefähr. 1993 promovierte Liese magna cum laude am humangenetischen Institut in Bonn. Das Thema lautete: Ansichten von Behindertenverbänden und Selbsthilfegruppen zu Problemfragen der Humangenetik. „Die Arbeit war wegweisend für meine spätere Tätigkeit in Brüssel und Straßburg, denn sie behandelte die Schnittmenge von Naturwissenschaft, Ethik, Juristerei und Politik“, sagt Liese.

Stark gemacht hat sich der Arzt als Europaabgeordneter ferner für Regeln zur Anwendung der guten klinischen Praxis bei der Durchführung von klinischen Prüfungen mit Humanarzneimitteln sowie für Qualitäts- und Sicherheitsstandards von Geweben und Zellen.

Liese wurde am 20. Mai 1965 geboren. Nach dem Studium in Marburg, Aachen und Bonn arbeitete er zunächst als Arzt in Guatemala. Danach war er zehn Jahre in einer Kinderklinik in Paderborn sowie in einer Gemeinschaftspraxis tätig, bevor er endgültig die politische Laufbahn einschlug. Petra Spielberg
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