ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2009Ausstellungskatalog: Facettenreich und eindrucksvoll

KULTUR

Ausstellungskatalog: Facettenreich und eindrucksvoll

Krannich, Hans-Walter

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Archäologisches Landesmuseum (Hrsg.): Tod und Jenseits. Totenbrauchtum in Schleswig-Holstein von der Jungsteinzeit bis zur Eisenzeit. Schleswig 2007, 105 Seiten, 22 Euro, zu beziehen über das Archäologisches Landesmuseum, Telefon: 0 46 21/81 32 22. Foto: Archäologisches Landesmuseum
Archäologisches Landesmuseum (Hrsg.): Tod und Jenseits. Totenbrauchtum in Schleswig-Holstein von der Jungsteinzeit bis zur Eisenzeit. Schleswig 2007, 105 Seiten, 22 Euro, zu beziehen über das Archäologisches Landesmuseum, Telefon: 0 46 21/81 32 22. Foto: Archäologisches Landesmuseum
Schloss Gottorf in Schleswig-Holstein ist ein museales Juwel: Mit Dauer- und Wechselausstellungen bedient es die unterschiedlichsten Interessen von der Jungsteinzeit bis zu zeitgenössischen Künsten: Über die dortige faszinierende vor- und frühgeschichtliche Dauerausstellung „Tod und Jenseits – Totenbrauchtum in Schleswig-Holstein von der Jungsteinzeit bis zur Eisenzeit“ des archäologischen Landesmuseums informiert ein gleichnamiger „Buchkatalog“. Bestattungssitten und Jenseitsvorstellungen des zweiten und ersten vorchristlichen Jahrtausends sind darin thematisch zeitübergreifend dargestellt. Zu den außergewöhnlichen archäologischen Funden vom Herzogtum Lauenburg bis an die äußerste Grenze Nordfrieslands zählen das bronzezeitliche Monumentalgrab „Grab und Kultanlage von Hüsby“, Holzfiguren von Braak, „Die Moorleiche von Dätgen“, „Das eisenzeitliche Wagengrab von Hüsby“, „Das Kind von Windeby“ sowie weitere bemerkenswerte Funde.

Den „Einstieg“ in diese Welt des Todes und seiner Riten erleichtert ein reichlich bebilderter Katalog, der Aspekte der Totenbehandlung, Begegnungen mit den Toten an Begräbnisplätzen, Vorstellungen der Vorzeit vom Jenseits und vieles andere beschreibt, „graue Vorzeiten“ ans Tageslicht holt, hilft, Vergangenes zu erschließen. Manches Geheimnis bleibt aber bis heute noch verschlossen.

Der Katalog ist sowohl facettenreiches „Lehr“- als auch eindrucksvolles „Bilder“-buch, ein Memento mori besonderer Art: Von Experten in Teilen, wie es der Archäologie zu eigen ist, zu einem Gesamtbild zusammengeführt für Laien, die mehr über das „Woher?“ „Was war?“, „Was blieb?“ erfahren wollen. Es ermöglicht ein kurzweiliges Eintauchen in vormalige Todes- und Totenwelten. Neben Zahlen, Daten, Fakten, Artefakten geht es auch um „Interpretationen“ versunkener Epochen. Dies gilt insbesondere für metaphysische Vorstellungen, die das gelungene Werk abrunden.
Hans-Walter Krannich
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