ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2009Forschungsprojekt: Computergestützte Epithesenkonstruktion

TECHNIK

Forschungsprojekt: Computergestützte Epithesenkonstruktion

Dtsch Arztebl 2009; 106(26): A-1376

EB

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Die dreidimensionale Vermessung der Gesichtsoberfläche steht im Mittelpunkt des Forschungsprojekts an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des UKM.
Die dreidimensionale Vermessung der Gesichtsoberfläche steht im Mittelpunkt des Forschungsprojekts an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des UKM.
In einem von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekt wird in der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des Universitätsklinikums Münster (UKM) gemeinsam mit der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Fachklinik Hornheide sowie dem Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam die rechnergestützte Konstruktion und Fertigung von Epithesen („künstlichen Gesichtsteilen“) untersucht. Die komplizierte und aufwendige Versorgung von Patienten mit Gesichtsdefekten infolge von Tumorbehandlungen soll dadurch verbessert werden.

Durch die sich ändernde Altersstruktur der Bevölkerung und die zu beobachtende Zunahme von Tumorerkrankungen kommt es zu steigenden Fallzahlen bei Patienten mit teilweise schwer entstellenden Gesichtsdefekten. Die Betroffenen müssen im Anschluss an den Eingriff möglichst rasch und wohnortnah prothetisch versorgt werden. Dies ist sowohl im Hinblick auf die medizinische Prognose als auch auf die Erhöhung der Lebensqualität wichtig. Die Gestaltung der Epithese zur Versorgung von Defekten wird bislang praktisch ausschließlich in Handarbeit durchgeführt. Hier kann die Einbindung optischer 3-D-Messtechniken und CAD/CAM-Techniken einen wichtigen Beitrag leisten, indem diese eine räumliche Trennung von Abformung und Epithesenfertigung ermöglichen.

An der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des UKM wird an einer rechnergestützten Epithesenkonstruktion geforscht, die auf der optischen, dreidimensionalen Vermessung der Gesichtsoberfläche basiert. „Diese Technik bietet den Vorteil, dass ihre Anwendung berührungslos und ohne Strahlenbelastung erfolgt“, erklärte Priv.-Doz. Dr. Dieter Dirksen, Leiter des Bereichs Werkstoffkunde und Technologie der Poliklinik.

In dem Projekt wird unter anderem der für das Erscheinungsbild wichtige Aspekt der optimalen Wiedergabe der Hautfarben in der Epithese untersucht. Ziel ist es, künftig eine optische Abformung am Patienten auch wohnortnah durchführen zu können, während die eigentliche Epithesengestaltung weiterhin in spezialisierten Fachkliniken erfolgt. Das Projekt wird mit 180 000 Euro für die Dauer von drei Jahren gefördert. EB
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