ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2009Das Schütteltrauma-Syndrom – Eine häufige Form des nicht akzidentellen Schädel-Hirn-Traumas im Säuglings- und Kleinkindesalter: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Das Schütteltrauma-Syndrom – Eine häufige Form des nicht akzidentellen Schädel-Hirn-Traumas im Säuglings- und Kleinkindesalter: Schlusswort

Shaken Baby Syndrome—A Common Variant of Nonaccidental Head Injury in Infants: In reply

Dtsch Arztebl Int 2009; 106(27): 468; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0468b

Matschke, Jakob

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LNSLNS Wir danken Herrn Kollegen Stutzer für seine freundliche Stellungnahme zu unserem Beitrag (1). Die retinalen Blutungen sind tatsächlich ein essenzielles Symptom des Schütteltrauma-Syndroms. Wie auch in unserem Beitrag gefordert, sollte eine ausführliche augenärztliche Untersuchung inklusive der Dokumentation etwaiger Befunde daher in jedem Verdachtsfall erfolgen. Allerdings geht die Mehrzahl der Untersucher davon aus, dass retinale Blutungen für die Diagnose eines Schütteltraumasyndroms weder per se beweisend noch zwingend notwendig sind (2). Auf die psychosozialen Risikofaktoren eines Schütteltrauma-Syndroms im Sinne der genannten „geringen psychosozialen Ressourcen“ hatten wir in unserem Beitrag bereits hingewiesen. Insofern mögen auch die von Herrn Stutzer als „Frühwarnzeichen“ angeführten Situationen (wie etwa der „Wunsch der Mutter, primär abzustillen“ oder „häufige Arztbesuche wegen Bagatellbeschwerden“) in einem ähnlichen Zusammenhang stehen – allerdings sind uns aus der wissenschaftlichen Literatur keine systematischen Untersuchungen zu diesen Punkten bekannt. Besonderer Dank gebührt dem Hinweis auf die Informationskampagne „Vorsicht zerbrechlich“ des Kinderschutzbundes Schleswig-Holstein. Auf die besondere Bedeutung von öffentlichen Aufklärungskampagnen hatten wir unter Verweis auf den Umstand, dass in den USA 4,4 Prozent der befragten Eltern angaben, ihr Kind „as a means of discipline“ zu schütteln (3), hingewiesen.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0468b


Dr. med. Jakob Matschke
Forensische Neuropathologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
E-Mail: matschke@uke.de


Interessenkonflikt
Die Autoren beider Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Matschke J, Herrmann B, Sperhake J, Körber F, Bajanowski T, Glatzel M: Shaken baby syndrome—a common variant of nonaccidental head injury in infants [Das Schütteltrauma-Syndrom. Eine häufige Form des nicht akzidentellen Schädel-Hirn-Traumas im Säuglings-und Kleinkindesalter]. Dtsch Arztebl Int 2009, 106: 211–7. VOLLTEXT
2.
Matschke J, Püschel K, Glatzel M: Ocular pathology in shaken baby syndrome and other forms of infantile non-accidental head injury. Int J Legal Med 2009; 123: 189–97. MEDLINE
3.
Runyan DK: The challenges of assessing the incidence of inflicted traumatic brain injury. Am J Prev Med 2008; 34: 112–5. MEDLINE
1. Matschke J, Herrmann B, Sperhake J, Körber F, Bajanowski T, Glatzel M: Shaken baby syndrome—a common variant of nonaccidental head injury in infants [Das Schütteltrauma-Syndrom. Eine häufige Form des nicht akzidentellen Schädel-Hirn-Traumas im Säuglings-und Kleinkindesalter]. Dtsch Arztebl Int 2009, 106: 211–7. VOLLTEXT
2. Matschke J, Püschel K, Glatzel M: Ocular pathology in shaken baby syndrome and other forms of infantile non-accidental head injury. Int J Legal Med 2009; 123: 189–97. MEDLINE
3. Runyan DK: The challenges of assessing the incidence of inflicted traumatic brain injury. Am J Prev Med 2008; 34: 112–5. MEDLINE

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