ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2009Randnotiz: Beachtliche Zufallsbefunde

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Randnotiz: Beachtliche Zufallsbefunde

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Wenn Forscher mit Probanden forschen, entstehen auch Vertragsverhältnisse. Darüber werden sich die meisten bei allem Forschungseifer sicherlich klar sein. Weniger klar scheint hingegen zu sein, was vertraglich zu regeln ist und um welche Art von Vertrag es sich überhaupt handelt. Üblicherweise jedenfalls nicht um einen ärztlichen Behandlungsvertrag, einmal, weil es bei Forschung nicht um (individuelle) Behandlung geht, zum anderen weil auf der Forscherseite nicht allein Ärzte beteiligt sind.

Auf der jüngsten Jahrestagung des Deutschen Ethikrates plädierte der Bonner Privatdozent Tade Matthias Spranger – ein Rechtswissenschaftler, der sich vor allem dem Recht der Biotechnologie verschrieben hat – für eine gesetzliche Regelung des Forscher-Probanden-Verhältnisses.

Zu regeln sei vor allem das Problem der Nebenbefunde. So zeigten sich bei bildgebenden Verfahren in der Hirnforschung bis 40 Prozent Abnormitäten im Gehirn, bis zu acht Prozent seien klinisch relevant. Die Behandlung sei aber nicht Sache des Forschers, sondern des frei zu wählenden Arztes. Doch wer habe den Probanden zu informieren? Und wem teile der Forscher die Nebenbefunde mit? Dürfe er sie überhaupt weitergeben?

Spranger empfiehlt für´s Erste, den Probanden sehr gründlich aufzuklären, nicht nur über Risiken des Forschungsvorhabens an sich, sondern eben auch darüber, dass Zufallsbefunde auftreten könnten. Der Proband müsse seine Bereitschaft erklären, Nebenbefunde weiterzugeben. Dann kann der Forscher ohne Risiko mitteilen. Er muss es sogar. Sonst könnte er schuldig oder schadensersatzpflichtig werden.
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