ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2009RECORD-Studie zu Rosiglitazon

MEDIZINREPORT

RECORD-Studie zu Rosiglitazon

Meyer, Rüdiger

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Auf der Jahrestagung der American Diabetes Association hat Glaxosmithkline die Ergebnisse der RECORD*-Studie vorgestellt, welche die kardiovaskuläre Sicherheit des Insulinsensitizers Rosiglitazon belegen soll. Die parallel im „Lancet“ (2009; doi: 10.1016/ S0140-6736 [09]60953-3) publizierten Ergebnisse vermögen jedoch nicht alle Diabetologen zu überzeugen. An der Studie nahmen 4 447 Typ-II-Diabetiker teil, bei denen der mittlere HbA1c-Wert trotz einer Therapie mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen bei 7,9 Prozent lag. Daraufhin wurde das Behandlungsregime entweder mit Rosiglitazon (n = 2 220) oder mit der Kombination aus Metformin plus Sulfonylharnstoff (n = 2 227) intensiviert.

Erwartungsgemäß war Rosiglitazon während der fünfeinhalbjährigen Studiendauer effektiver. Allerdings kam es zu einem deutlichen Anstieg des Körpergewichts. Außerdem konnte der LDL-Cholesterinwert im Rosiglitazon-Arm weniger stark gesenkt werden, obwohl die Patienten häufiger als in der Kontrollgruppe mit Statinen behandelt wurden. Beide Faktoren werden als mögliche Ursachen für die „paradoxe“ Erhöhung des Herzinfarktrisikos diskutiert, zu der es unter Rosiglitazon trotz besserer Blutzuckerwerte kommen kann.

In der RECORD-Studie war der Anteil der Patienten, die aufgrund von Herz-Kreislauf-Komplikationen hospitalisiert wurden oder verstarben, in beiden Armen gleich: 321 Personen der Rosiglitazon-Gruppe versus 323 Personen der Kontrollgruppe (jeweils 14,5 Prozent). Aus Sicht von Studienleiter Philip Home von der Universität Newcastle upon Tyne belegt dies die kardiovaskuläre Sicherheit des Medikaments.

Die Editorialisten Ravi Retnakaran und Bernard Zinman (Toronto, Kanada), kommen zu einer anderen Einschätzung (Lancet 2009; doi: 10.1016 /S0140-6736[09] 61029-1): Sie weisen darauf hin, dass im sekundären Endpunkt Herzinfarkt unter Rosiglitazon durchaus ein, wenn auch nicht signifikanter, Anstieg (Hazard-Ratio 1,14; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,80–1,53) erkennbar war, der möglicherweise stärker ausgefallen wäre, wenn die Begleitbehandlung mit Statinen in beiden Gruppen gleich gewesen wäre. rme
*RECORD = Rosiglitazone Evaluated for Cardiac Outcomes and Regulation of Glycaemia in Diabetes

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema