ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2009Deutscher Ärztetag: Rationierung ist eine ärztliche Aufgabe
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Ich stimme dem Autor zu, dass „kein Arzt in medizinischen Fragen Weisungen von Nichtärzten unterliegen darf“. Dann müssen wir aber auch Verantwortung übernehmen für die täglichen Mikroallokationsentscheidungen auf Arzt-Patienten-Ebene. Dann können wir uns nicht davor drücken, wie es im Ulmer Papier postuliert wird, Rationierungsentscheidungen zu treffen. Wer soll diese denn sonst treffen? Der Arzt diagnostiziert seinen Patienten, und nur er kann dessen medizinische Bedürftigkeit beurteilen und ihm einen angemessenen Anteil seines zur Verfügung stehenden Budgets zuteilen. Rationierung ist eine ärztliche Aufgabe. Klar muss sein: Rationierung ist nicht Vorenthaltung, sondern Zuteilung medizinischer Leistungen. Rationierung ist etwas Gutes, und nicht zu rationieren ist unethisch. Wenn wir diesen Einstellungswandel nicht vollziehen können, werden wir die GKV nicht nachhaltig stabilisieren. Die zu diskutierende Frage ist, nach welchen Kriterien wir Bedürftigkeit einschätzen und Leistungen zuteilen . . . Das Ulmer Papier hat uns viele noch unerledigte Aufgaben erteilt. Machen wir uns an die Arbeit.
Andreas Gänsicke, Sternstraße 28, 06886 Lutherstadt Wittenberg
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