ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2009Krankenhausmanagement: Professionelle Hilfe

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Krankenhausmanagement: Professionelle Hilfe

Dtsch Arztebl 2009; 106(27): A-1420 / B-1208 / C-1176

Trauth, Franz

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Helga Kirchner, Wilhelm Kirchner: Professionelles Management im Krankenhaus – Erste Hilfe für leitende Ärztinnen und Ärzte. Thieme, Stuttgart, New York 2009, 336 Seiten, gebunden, 149,95 Euro
Helga Kirchner, Wilhelm Kirchner: Professionelles Management im Krankenhaus – Erste Hilfe für leitende Ärztinnen und Ärzte. Thieme, Stuttgart, New York 2009, 336 Seiten, gebunden, 149,95 Euro
„Im heutigen Gesundheitswesen übernehmen die Ärzte eine neue Rolle, weil sie Führungsaufgaben wahrnehmen müssen, mit denen sie den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Fachabteilung oder Praxis sichern müssen“ – so die beiden Herausgeber in der Einleitung. Um Mediziner darin zu unterstützen, präsentieren und erklären sie zusammen mit 26 Autoren, mehrheitlich Ärzten, betriebswirtschaftliche Instrumente für ein professionelles Management.

Das Buch ist in vier Hauptteile gegliedert: Grundlagen des Managements, Personalmanagement, Steuerungsinstrumente ( Methoden, die die Zukunft gestalten), Sterbehilfe – Spannungsfeld zwischen Menschenwürde und strafrechtlicher Verfolgung. Die Autoren vermitteln fundiertes Wissen. Sie haben ihre Beiträge gut gegliedert und übersichtlich gestaltet. Ihre Aussagen sind mit zahlreichen Abbildungen und Tabellen veranschaulicht. Zudem illustrieren gut gewählte Fallbeispiele manche Methoden und Verfahren. Das Buch ist für (angehende wie bereits etablierte) leitende Ärzte doppelt geeignet, zum einen als Lehr- und Lernbuch außerhalb der Curricula, zum andern als praktisches Handbuch für den klinischen Alltag. Es kann gut helfen, das Management im Krankenhaus zu professionalisieren.

Allerdings: Der Schwerpunkt der Beiträge liegt eindeutig auf der technischen Seite. Doch um die Zukunft einer Fachklinik oder gar eines Krankenhauses zu sichern, genügen medizinische Qualität und betriebswirtschaftliche Kompetenz der Leitenden bei Weitem nicht – so notwendig sie natürlich sind. Für dauerhaften Erfolg kommt es maßgeblich auch darauf an, dass die Leitenden soziale Systeme zielgerichtet steuern, also richtig gut führen können. Dies klingt im Buch zwar an, aber die Auseinandersetzung mit der Führungsrolle wird weder explizit behandelt noch nachdrücklich empfohlen. Darin liegt leider ein Mangel des ansonsten guten Buches. Denn ein Arzt, der Leitungsfunktionen übernimmt, muss vor allem eine neue berufliche Rolle lernen und verinnerlichen. Er wandelt sich vom Spezialisten, dessen Erfolg wesentlich vom persönlichen Wissen, Können und Handeln abhängt, zum Projekt- oder Linienmanager, der für eine Gruppe von Menschen Ziele und eine Agenda setzt und dessen Erfolg maßgeblich davon abhängt, dass Dinge durch andere richtig gut getan werden. Diesen fundamentalen, indes oft leicht übersehenen Unterschied zu bewältigen, bezeichnen erfahrene Führungskräfte als die zentrale Lernaufgabe für Professionals. Aber dafür wäre wohl ein eigenes und vermutlich auch ganz anderes Buch erforderlich. Franz Trauth
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