ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2009Therapieabbrecher: Keine zwangsläufige Verschlechterung

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Therapieabbrecher: Keine zwangsläufige Verschlechterung

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LNSLNS Wie ergeht es Patienten mit Essstörungen, die vorzeitig eine psychotherapeutische Behandlung abbrechen? Mit dieser Frage haben sich Psychologen verschiedener schwedischer Universitäten befasst. Sie erhoben Patientendaten und befragten Patientinnen mit Anorexia nervosa und Bulimia nervosa zu Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung sowie sechs, zwölf, 18 und 36 Monate später; anschließend verglichen sie 30 Patientinnen, die die Behandlung während der zwölfmonatigen Behandlungsdauer abgebrochen hatten mit 52 Nichtabbrechern. Die Langzeitanalysen belegten, dass es zu Behandlungsbeginn hinsichtlich Symptomen und anderen Merkmalen keine Unterschiede zwischen den Gruppen gab. Nach drei Jahren zeigten sich zwischen den beiden Gruppen ebenfalls kaum Unterschiede. Die Nichtabbrecher berichteten über etwas weniger Symptome und psychosoziale Probleme, hatten ein geringfügig besseres Selbstbild und waren zufriedener mit der Behandlung als die Abbrecher, welche bei den Therapeuten Verständnis und Bereitschaft zum Zuhören vermisst hatten. Die Studie zeigt, dass Nichtabbrecher in einigen Bereichen offenbar stärker von der Behandlung profitieren als Abbrecher. Trotzdem führt der Abbruch einer Therapie nicht zwangsläufig zur Verschlechterung der Symptomatik von Essstörungen. ms

Björk T et al: What happened to the ones who dropped out? Outcome in eating disorder patients who complete or prematurely terminate treatment. European Eating Disorders Review 2009; 17(2): 109–19.
Tabita Björk, Psychiatric Research Centre, Örebro University Hospital, PO Box 1613, S-701 16 Örebro, Sweden, E-Mail: tabita.bjork@orebroll.se
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