ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2009Simulationspatienten: Viele Vorteile für die Ausbildung

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Simulationspatienten: Viele Vorteile für die Ausbildung

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LNSLNS Simulationspatienten (SP) sind meist Laienschauspieler oder andere, für Rollenspiele begabte Personen, die ein Krankheitsbild simulieren. Es ist vielfach wissenschaftlich belegt, dass SP auch von Experten für die Erkrankung oft nicht von realen Patienten unterschieden werden können. Daher sind sie geeignet, reale Patienten im Unterricht und der Ausbildung von Ärzten zu ersetzen, etwa wenn nicht genügend reale Patienten zur Verfügung stehen. Ob im Rahmen der Ärzteausbildung (Fach Psychiatrie und Psychotherapie) auch psychische und psychiatrische Erkrankungen überzeugend nachgestellt werden könnten, prüften jetzt Wissenschaftler und Praktiker am Universitätsklinikum Freiburg. An der Studie nahmen Studierende im zweiten klinischen Semester teil. 70 Teilnehmer untersuchten im Kleingruppenunterricht ausschließlich reale Patienten, während 69 mit SP arbeiteten. Die SP simulierten Alkoholabhängigkeit, schwere depressive und manische Episoden, Panik- und Zwangsstörung, Schizophrenie und Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ein Vergleich der beiden Gruppen zeigte, dass Studierende mit SP den Nutzen der Patientengespräche höher bewerteten und ihre Kenntnisse im Fach Psychiatrie und Psychotherapie nach dem Kurs besser einschätzten als Studierende mit realen Patienten. Die Autoren sehen aber noch einen weiteren Vorteil: „Die Arbeit mit SP senkt möglicherweise die Hemmschwelle für ein Gespräch mit psychisch kranken Menschen.“ ms

Wündrich M, Peters J, Philipsen A, Kopasz M, Berger M, Voderholzer U: Einsatz von Simulationspatienten in den Lehrfächern Psychiatrie und Psychotherapie. Nervenarzt 2008; 79(11): 1273–82.
Prof. Dr. Ulrich Voderholzer, Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg, Hauptstraße 5, 79104 Freiburg, E-Mail: ulrich.voderholzer@uniklinik-freiburg.de
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