ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2009Kassenärzte: Rückgang der Honorare
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. . . Seit nunmehr fast 25 Jahren bin ich als niedergelassener Hautarzt in eigener Praxis in Hessen tätig und habe damit einen mehr oder weniger kontinuierlichen Rückgang unserer Honorare erleben dürfen. Seit Einführung der RLV ist allerdings ein bisher nie da gewesener Absturz eingetreten, obwohl uns die Politik und unsere Standesvertreter vorbeten, dass Milliarden ins System geflossen seien.

Als kleines Fach ohne ausreichende Lobby sind wir offensichtlich der Willkür für uns nicht nachvollziehbarer Entscheidungen ausgesetzt. So betrug unser RLV im ersten Quartal 2009 20,02 Euro, im zweiten Quartal 14,92 Euro und ab dem dritten Quartal 13,50 Euro und dies vor dem Hintergrund einer Fünf-Prozent-Gehaltserhöhung für Arzthelferinnen. Um auch Lesern, die sich nicht mit den Segnungen der Tätigkeit in „Freier Praxis“ auseinandersetzen müssen, eine kurze Erläuterung des RLV zu geben:

Hierin sind alle Leistungen enthalten, die in einem Quartal erbracht werden (Flatrate) mit Ausnahme der Hautkrebsvorsorge und der großen OPs sowie weniger Laborleistungen.

Stellen Sie sich also bitte einen Patienten mit offenen Beinen vor, der die Praxis zweimal pro Woche im gesamten Quartal aufsucht und vielleicht noch MRSA-Träger ist. Selbst beim altruistischsten Arzt werden hier Gefühle auftreten, die für die Arzt-Patienten-Beziehung nicht förderlich sind . . .

Gebahnt wird die Akzeptanz einer solchen Entwicklung schon im Studium, mehrmonatiges Pflegepraktikum für lau, Famulatur für lau, ein Jahr Assistenzarzt (sogenanntes PJ) für lau . . .
Dr. Wolf Brinkmann, Hauptstraße 87, 35745 Herborn
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