ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2009Biomonitoring zur Erfassung umwelt- und arbeitsbedingter Schadstoffbelastungen: Epidemiologischer Nutzen
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LNSLNS Der Wert eines gewerblichen Biomonitorings zur Überprüfung der Einhaltung von Arbeitsplatzgrenzwerten, der Ermittlung des quantitativen Zusammenhangs zwischen äußerer und innerer Exposition sowie zur Diagnose von Erkrankungen, welche durch akute Schadstoffeinwirkungen verursacht werden, ist unbestritten. Auch in epidemiologischen Studien kann ein Biomonitoring zur Ermittlung von Gruppenunterschieden zwischen hoch und niedrig exponierten Personen genutzt werden, um durchschnittliche Schadstoffkonzentrationen aufgrund chronischer Belastungen näher zu beschreiben.

Im Hinblick auf die Beurteilung von Gesundheitsrisiken für chronische Erkrankungen mit langer Induktionszeit durch diese Expositionen greift die Darstellung im Artikel zu kurz. Bei derartigen Erkrankungen, wie zum Beispiel den meisten Krebsentitäten, ist die Bedeutung eines Biomonitorings eher untergeordnet (1). Länger zurückliegende Expositionen können aufgrund kurzer Halbwertzeiten der meisten Stoffe in aller Regel nicht oder nur unter Zuhilfenahme komplexer mathematischer Modelle im Biomonitoring abgeschätzt werden.

Für die Bewertung dieser Expositionsszenarien stehen der Arbeitsplatzepidemiologie verschiedene Methoden zur Verfügung, mit denen Risiken auch im historischen Kontext untersucht werden können. Hierzu können zum Beispiel verschiedene Datenquellen wie Registerdaten, Archivmaterialien, Experteneinschätzungen und persönliche Einschätzungen der Arbeitnehmer zusammen mit biologischen Parametern beziehungsweise Arbeitsplatzmessungen in Job-Expositions-Matrizen kombiniert werden, welche eine automatisierte Einstufung historischer Expositionen zur Bewertung von Gesundheitsrisiken im Rahmen epidemiologischer Studien erlauben.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0507b


Dr. med. Thomas Behrens, MPH
Dr. med. Birte Mester, MPH
Bremer Institut für Präventionsforschung
und Sozialmedizin
Universität Bremen
Linzer Straße 10
28359 Bremen
E-Mail: behrens@bips.uni-bremen.de
1.
Ahrens W, Behrens T, Mester B, Schmeißer N: Epidemiologie in der Arbeitswelt. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2008; 51: 255–65. MEDLINE
2.
Budnik L T, Baur X: The assessment of environmental and occupational exposure to hazardous substances by biomonitoring [Biomonitoring zur Erfassung umwelt- und arbeitsbedingter Schadstoffbelastungen]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 91–7. VOLLTEXT
1. Ahrens W, Behrens T, Mester B, Schmeißer N: Epidemiologie in der Arbeitswelt. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2008; 51: 255–65. MEDLINE
2. Budnik L T, Baur X: The assessment of environmental and occupational exposure to hazardous substances by biomonitoring [Biomonitoring zur Erfassung umwelt- und arbeitsbedingter Schadstoffbelastungen]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 91–7. VOLLTEXT

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