ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2009Horst Seehofer: Stehauf-Riese wird 60

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Horst Seehofer: Stehauf-Riese wird 60

Rabbata, Samir

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Horst Seehofer Foto: CSU
Horst Seehofer Foto: CSU
Dass sich CDU und CSU nach monatelangem Streit gerade noch rechtzeitig vor Horst Seehofers 60. Geburtstag am 4. Juli auf ein gemeinsames Wahlprogramm einigen konnten, dürfte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Gratulieren erleichtert haben. Sie nannte den CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten einen zielstrebigen „Vorkämpfer für eine menschliche Gesellschaft“. So viel Lob wäre ihr wohl schwerer gefallen, wenn Seehofer die Union mit einem separaten Wahlprogramm der CSU in eine Krise gestürzt hätte.

Ein solcher Bruch wäre ihm durchaus zuzutrauen gewesen. In der Vergangenheit hat sich Seehofer öfter mit einer vermeintlichen politischen Harakiriaktion ins Abseits befördert, nur um kurz darauf größer und mächtiger als zuvor wieder aufzuerstehen. Der bayerische Rundfunk nannte den streitbaren Ingolstädter kürzlich einen „Stehauf-Riesen mit Lausbubenlächeln“.

Manche sehen in ihm einen Populisten, er selbst bezeichnet sich als bürgernah. Fest steht, Seehofer hat stets die Stimmung auf der Straße im Blick. So war es, als er vor vier Jahren gegen die Kopfpauschale der CDU kämpfte, und so ist es auch aktuell gewesen, im Streit mit der Unionsschwester über Steuersenkungen, den Gesundheitsfonds und die Honorarreform der Ärzte.

Mitunter wischt er auch fachliche Bedenken beiseite. Als seine Partei dem Hausärzteverband im letzten Jahr aus wahltaktischen Gründen ein Monopol für Hausarztverträge zuschusterte, dürfte dem ehemaligen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter klar gewesen sein, dass dies ordnungspolitisch unsinnig ist. Seehofer verteidigte die Regelung trotzdem – und setzte dabei sein Lausbubenlächeln auf. Samir Rabbata
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