ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2009Kulturkalender: Eine Synthese der Künste

KULTUR

Kulturkalender: Eine Synthese der Künste

Dtsch Arztebl 2009; 106(30): A-1524 / B-1304 / C-1272

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

AUGSBURG
Bis 7. Januar 2010:
Malerei ist immer abstrakt
Die Abgrenzung zwischen figurativer und abstrakter Kunst hat lange die Kunstgeschichte bewegt. Für eine jüngere Generation von Künstlern scheint die einst heftig umkämpfte Trennung allerdings keine Rolle mehr zu spielen. Unter dem Motto „Malerei ist immer abstrakt“ stellen rund 50 Gemälde aus der Münchener Pinakothek der Moderne, die überwiegend in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts entstanden sind, scheinbar mühelos das sogenannte Gegenständliche, aber auch das vordergründig Abstrakte infrage.
Staatsgalerie Moderne Kunst, Beim Glaspalast 1, Mi.–So. 10–17, Di. 10–20 Uhr

Foto: FLC/VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Foto: FLC/VG Bild-Kunst, Bonn 2009
BERLIN
Bis 5./4. Oktober:
Le Corbusier/Modell Bauhaus
Es gehört einiges dazu, um dem 60 Jahre umfassenden Werk des Schweizer Architekten Le Corbusier (1887–1965) gerecht zu werden. Denn erst im Zusammenspiel der vielfältigen Aspekte seines Schaffens, seiner „Synthese der Künste“ aus Architektur, Städtebau, Malerei, Design, Film und anderen Disziplinen, erschließt sich ein wirklicher Zugang. Rund 380 Exponate im Martin-Gropius-Bau verdeutlichen Le Corbusiers Interesse am Mediterranen und dem Orient, an organischen Formen in den 1930er-Jahren, aber auch seine Faszination für Technologie und Medien. Darunter ist auch das monumentale Wandgemälde „Femme et Coquillage IV, 1948“ (Bild), das er für sein Büro in der Pariser Rue de Sèvres schuf. Architektur- und Designfans können parallel dazu in der Schau „Modell Bauhaus“ schwelgen: Aus Anlass des 90. Gründungsjahrs wird die Geschichte der Schule für Architektur und Kunst erzählt.
Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7/
Ecke Stresemannstr. 110, tgl. 10–20 Uhr

DARMSTADT
Bis 1. November:
Nedko Solakow. Emotions
Seit Anfang der 1990er-Jahre hat der bulgarische Gegenwartskünstler, der in Sofia lebt und arbeitet, mit Ausstellungen und wichtigen Ausstellungsbeteiligungen weltweit auf sich aufmerksam gemacht. Darunter waren zum Beispiel 2007 die Biennale von Venedig und die Documenta. Seine erste große Retrospektive, die die Mathildenhöhe gemeinsam mit den Kunstmuseen Bonn und St. Gallen ausrichtete und die nun in Darmstadt ihren Abschluss findet, zeigt unter dem Motto „Emotions“, was Solakow bewegt: die Umsetzung existenzieller Themen des Menschen. So drastisch sein Werk manchmal erscheint, so humorvoll ist auch der Blick, mit dem der Maler die Welt und klassische Werke der Kunstgeschichte kommentiert.
Institut Mathildenhöhe, Olbrichweg 13, Di.–So. 10–18 Uhr

KÖLN
Bis 27. September:
Sigmar Polke. Die Editionen
Der Kölner Altmeister wollte in den 1960er-Jahren eine Kunst anbieten, die die Menschen sich leisten konnten – und setzte deshalb seine Ideen und Eingebungen auch in zahlreiche Editionen um. Polke experimentierte auf Papier, machte Fotografien und übermalte fotografische Motive: Dabei bediente er sich stets des Offsetdrucks als Ausdrucksmittel. Fast das vollständige Auflagenwerk, rund 200 Arbeiten, hat jetzt das Kölner Ehepaar Reininghaus dem Museum Ludwig geschenkt. Dieses bedankt sich mit einer Ausstellung der Neuzugänge – ein ausgezeichneter Überblick über Polkes Editionskunst.
Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz,
Di.–So. 10–18, 1. Do. im Monat 10–22 Uhr

WOLFSBURG
Bis 25. Oktober
Leichtigkeit und Enthusiasmus
Mit sieben jungen Künstlern wagt das Kunstmuseum Wolfsburg den Blick in die Zukunft: Auf welche Weise kann sich Kunst weiterbewegen? Wo geht die Reise hin? Duncan Campbell, Marcel van Eeden, Friederike Feldmann, Sabine Hornig, Julian Rosefeldt, Tatiana Trouvé und Sascha Weidner – alle geboren zwischen 1962 und 1976 – wurden ausgewählt, da sie sich nach Auffassung der Kuratoren beispielhaft mit den traditionellen Kunstgattungen auseinandersetzen. Herausgekommen ist ein sehenswerter Querschnitt aus Gemälden, Skulpturen, Fotografien, Filmen und Architekturmodellen.
Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, Mi.–So. 11–18, Di. 11–20 Uhr
Sabine Schuchart

Foto: Kupferstich-Kabinett SKD, Estel/Klut
Foto: Kupferstich-Kabinett SKD, Estel/Klut
DER BESONDERE TIPP
Ein Universalgenie zwischen Wissenschaft und Kunst
Physik und Metaphysik, Natur und Kultur, Leib und Seele, Gesundheit und Krankheit bildeten eine Einheit in seinem Lebenswerk. Der Arzt, Naturphilosoph, Literat, Maler und Zeichner Carl Gustav Carus (1789–1869) war als Mediziner so bedeutend und umfassend interessiert wie als Künstler. Eine phantastische Ausstellung in Dresden und Berlin würdigt jetzt das Lebenswerk dieses Universalgenies: seine Tätigkeit als Arzt und Wissenschaftler, seine Beschäftigung mit Anatomie und Physiologie, die Naturstudien und seine Lebenswelt in Dresden und Pillnitz. Rund 250 Gemälde und Zeichnungen von Carus bezeugen zudem seine herausragende künstlerische Begabung.
„Carl Gustav Carus. Natur und Idee“: Residenzschloss und Semperbau am Zwinger, Taschenberg 2, Dresden, tgl. 10–18 Uhr (bis 20. September 2009); Alte Nationalgalerie, Bodestraße 1–3, Berlin, Di.–So. 10–18,
Do. 10–22 Uhr (9. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010).
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