ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2009Neue Grippe: Rasante Ausbreitung
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LNSLNS Die Neue Grippe (Influenza H1N1/ 2009) breitet sich in Deutschland immer schneller aus. Täglich würden derzeit etwa 400 bis 500 neue Fälle gemeldet, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Prof. Dr. rer. nat. Jörg Hinrich Hacker, am 24. Juli. Insgesamt sei die Zahl der Infektionen auf etwa 3 000 gestiegen. Die Zunahme erklärte er mit einer großen Anzahl von infizierten Reiserückkehrern, vor allem aus Spanien.

Rund 500 neue H1N1-Fälle werden täglich in Deutschland nachgewiesen. Foto: dpa
Rund 500 neue H1N1-Fälle werden täglich in Deutschland nachgewiesen. Foto: dpa
„Wie die Verbreitung in Deutschland künftig verläuft, ist schlecht vorauszusehen“, erklärte Hacker. Zunächst rechnet der RKI-Präsident jedoch mit konstanten Fallzahlen, bezogen auf den jetzigen Zuwachs. In der Regel seien die Erkrankungen in Deutschland nach wie vor milde verlaufen, Todesfälle habe es hierzulande nicht gegeben. Bei den bisher im Nationalen Referenzzentrum für Influenza im RKI untersuchten neuen Influenzaviren haben sich die Neuraminidasehemmer weiterhin als wirksam erwiesen. Meldungen über aufgetretene Resistenzen gegen Oseltamivir sind nicht bestätigt worden.

Ansonsten setzt das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) auf die Schutzimpfungen, die Ende September/Anfang Oktober starten sollen. 50 Millionen Impfdosen gegen das H1N1-Virus seien bestellt, bestätigte Dr. Klaus Theo Schröder, Staatssekretär im BMG. Zunächst sollen Beschäftigte im Gesundheitswesen, bei der Feuerwehr und der Polizei sowie chronisch Kranke und Schwangere geimpft werden. Aber auch jeder andere, der geimpft werden wolle, könne eine Impfung erhalten, sagte Schröder. „Wir werden einer Influenza-Pandemie nicht entfliehen können“, meinte er. ER
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