ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/20093 Fragen an . . . Reinhold Robbe (SPD), Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages

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3 Fragen an . . . Reinhold Robbe (SPD), Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages

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Wie dramatisch ist die Lage beim Sanitätsdienst der Bundeswehr Ihrer Einschätzung nach?
Robbe: Die Situation ist bedenklich. Noch nie haben so viele Ärzte gekündigt, wie im vergangenen Jahr. Das kommt nicht aus heiterem Himmel, sondern die Belastung ist enorm gestiegen. Besonders die Personalsituation in den Heimatstandorten hat sich zugespitzt. Mittlerweile müssen dort niedergelassene Ärzte einspringen.

Sie hatten schon mehrfach vor Engpässen gewarnt. Hat die Sanitätsführung das ignoriert?
Robbe: Ich hatte leider nicht immer den Eindruck, dass man meine Hinweise ernst genommen hat. Manche Entwicklungen hat die Führung offensichtlich schlicht verschlafen. Ein Beispiel: Der Frauenanteil ist gestiegen. Das ist gut so, aber durch Mutterschutz und Erziehungszeiten entstehen Lücken. Das muss man bei der Personalplanung berücksichtigen. Hinzu kommen natürlich die Auslandseinsätze, die Personal binden.

Was muss geschehen, damit die Bundeswehr wieder attraktiver wird?
Robbe: Die Ärzte wollen planen können. Deshalb ist die Vereinbarkeit von Familie und Dienst ein wichtiger Punkt. Zunächst einmal müssen aber die Sanitätsoffiziere spüren, dass ihre berechtigten Klagen wirklich gehört werden. Und die Sanität braucht wieder ein „Wir-Gefühl“, wie mir die Soldaten sagen.

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