ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2009Lyme-Borreliose – aktueller Kenntnisstand: Höhere Dosierung in spätem Stadium
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LNSLNS Die Autoren geben an, dass nach einem Zeckenstich mit Serokonversion in 3 bis 6 % zu rechnen ist und lediglich nach 0,3 bis 1,4 % der Zeckenstiche eine klinisch manifeste Erkrankung auftritt. Wie oft sind Spontanheilungen in den Stadien I und II? Können die Autoren hier Zahlen angegeben?

In Hautbiopsien von Patienten mit Erythema migrans, die in Slowenien behandelt wurden, konnte man bei 19 von 1 148 (1,7 %) nach Beendigung der antibiotischen Therapie Borrelien (B. burgdorferi sensu lato) kulturell nachweisen (1). Für fünf der Patienten geben die Autoren die antibiotische Therapie an: Ein Patient erhielt 2 g Ceftriaxon i.v. für 14 Tage, zwei Patienten erhielten oral Cefuroxim (2 × 500 mg) für 14 beziehungsweise zehn Tage, ein Patient erhielt oral Amoxicillin (3 × 500 mg) für 14 Tage und ein Patient wurde für vier Tage mit Azithromycin p.o. therapiert (am ersten Tag 1 000 mg, gefolgt von 1 × 500 mg). Persistenz des Erregers kommt vor, ist aber offenbar selten.

Ceftriaxon in einer Dosierung von 2 g/d ist im akuten Stadium vermutlich ausreichend. In späterem Stadium (zum Beispiel bei kardiovaskulärer Manifestation) ist eine höhere Dosierung (2 × 2 g Ceftriaxon) offenbar günstiger. Wie Scheffold et al 2003 dargestellt haben, sollte bei chronischen Verläufen eine höhere Dosierung von Ceftriaxon – nämlich 2 × 2 g – gewählt werden (3). Bestehen Bedenken gegen Ceftriaxon, kann alternativ Cefotaxim (3 × 2 g) verabreicht werden.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0524c

Prof. Dr. med. Pramod M. Shah
Gutzkowstraße 69
60594 Frankfurt am Main
E-Mail: infektiologie@online.de

Interessenkonflikt
Der Autor hat Honorare für Vorträge und Beratung von den Firmen Sanofi-Aventis, Tanner-Cilag und Pohl-Boskamp erhalten.
1.
Hunfeld KP, Ruzic-Sabljic E, Norris DE, Kraiczy P, Strle F: In vitro susceptibility testing of Borrelia burgdorferi sensu lato isolates cultured from patients with erythema migrans before and after antimicrobial chemotherapy. Antimicrob Agents Chemother 2005; 49: 1294–301.
2.
Scheffold N, Bergler-Klein J, Sucker C, Cyran J: Kardiovaskuläre Manifestationsformen der Lyme-Borreliose:Therapeutische Situation im chronischen Stadium problematisch. Dtsch Arztebl 2003; 100(14): A 912–20.
3.
Nau R, Christen H, Eiffert H: Lyme disease—current state of knowledge [Lyme-Borreliose – aktueller Kenntnisstand]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 72–81.
1. Hunfeld KP, Ruzic-Sabljic E, Norris DE, Kraiczy P, Strle F: In vitro susceptibility testing of Borrelia burgdorferi sensu lato isolates cultured from patients with erythema migrans before and after antimicrobial chemotherapy. Antimicrob Agents Chemother 2005; 49: 1294–301.
2. Scheffold N, Bergler-Klein J, Sucker C, Cyran J: Kardiovaskuläre Manifestationsformen der Lyme-Borreliose:Therapeutische Situation im chronischen Stadium problematisch. Dtsch Arztebl 2003; 100(14): A 912–20.
3. Nau R, Christen H, Eiffert H: Lyme disease—current state of knowledge [Lyme-Borreliose – aktueller Kenntnisstand]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 72–81.

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Der klinische Schnappschuss

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