ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2009Thoraxchirurgie: Deutsche Übersetzung wünschenswert

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Thoraxchirurgie: Deutsche Übersetzung wünschenswert

Altmayer, Matthias

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Die Autoren brennen ein wahres literarisch-thoraxchirurgisches Feuerwerk ab, wobei dies – international – auch die Ösophaguschirurgie einschließt, der immerhin ein Drittel des Buches gewidmet ist. Fünf allgemeine einführende, klinisch-propädeutische Kapitel, etwa zu Evidence based Medicine und Decision Analytic Technics, werden durch fachbezogene, thoraxchirurgische Beispiele und Bezüge – nicht nur – für den Thoraxchirurgen „greifbar“. Sie veranschaulichen die praktische Relevanz dieser eher theoretischen Themen für die chirurgische Alltags-„Handarbeit“: In welchen Stadien des Bronchialkarzinoms macht das PET-CT Sinn, und wo hilft es beim Staging? Soll eine Mediastinoskopie auch beim Nachweis von Lymphknoten kleiner als einen Zentimeter im Stadium I (formal N0) durchgeführt werden, wie ist es beim Restaging des Bronchialkarzinoms in der Neoadjuvanz von N2- und N3-Tumoren? Womit macht man am besten die Pleurodese, und wie ist die rationale Therapie des Spontanpneumothorax? Aber auch: Welches ist der beste Zugang beim Zwerchfelltrauma oder des Thoracic-Outlet-Syndroms, bis hin zur Lungenvolumenreduktion und Lungen­trans­plan­ta­tion – dies sind nur einige der Themen, die vornehmlich aus angloamerikanischer Sicht inhaltlich in mehr als 60 Kapiteln aufgearbeitet werden.

Gleiches gilt für den Abschnitt zur Ösophaguschirurgie, wo ebenfalls so grundlegende Themen, wie der Stellenwert des PET-CTs und der Endosonografie im Staging, der Induktionschemo in der Neoadjuvanz, diskutiert werden. Oder: Wann sollte ein transhiataler oder ein thorakaler Zugang bevorzugt werden? Aber auch die Therapie der Achalasie, des Zenkerschen Divertikels, die chirurgische Therapie großer Hiatushernien oder der Einsatz von Zwerchfellschrittmachern werden nach dem vorgenannten Muster prägnant und kompetent erörtert.

Grundlegende Arbeiten werden dazu kurz jedem Kapitel vorangestellt, im Pro-und-Kontra-Stil abgehandelt und durch eine abschließende, persönliche Stellungnahme – in der Regel eines internationalen fachlichen „Schwergewichts“ gerundet.

Dabei liegt das Buch auch noch „gut in der Hand“ und ist fern jedweder Enzyklopädie: Dem Buch ist daher nicht nur (aller)weiteste Verbreitung, kontinuierliche Pflege der hoffentlich noch folgenden künftigen Aktualisierungen und Überarbeitungen, sondern vor allem eine in die deutsche Sprache übersetzte Ausgabe zu wünschen. Denn es gehört wohl „zum Besten“ gebündelter, nicht eminenzbasierter, akademischer (Thorax-)Chirurgie auf dem Markt und hilft allen im Gebiet (und dessen angrenzenden Bereichen) Tätigen mit relevantem thoraxchirurgisch-akademischem Wissen – ob in (fachärztlicher) Ausbildung oder als Lehrender in der Allgemeinmedizin, der Pneumologie, Onkologie, Strahlentherapie oder eben nicht zuletzt der Thoraxchirurgie. Nur operieren – das muss der Thoraxchirurg dann doch noch selbst, aber da werden ihm die „difficult decisions“ nun leicht gemacht. Matthias Altmayer

Mark K. Ferguson (Ed.): Difficult Decisions in Thoracic Surgery. Springer, Heidelberg, Berlin 2007, 532 Seiten, gebunden, 117,65 Euro
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