ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2009Bekanntmachungen: Richtlinien zur Organtransplantation gem. § 16 Abs. 1 S. 1 Nrn. 2 u. 5 TPG

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Bekanntmachungen: Richtlinien zur Organtransplantation gem. § 16 Abs. 1 S. 1 Nrn. 2 u. 5 TPG

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LNSLNS Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer hat in seiner Sitzung vom 25.–27.06.2009 auf Empfehlung der Ständigen Kommission Organtransplantation Folgendes beschlossen:

In den Richtlinien zur Organtransplantation gem. § 16 Abs. 1
S. 1 Nrn. 2 und 5 TPG in der Fassung vom 28.02.2003 (Dtsch Arztebl 2003; 100[9]: A 582–3), zuletzt geändert am 20.09.2008 (Dtsch Arztebl 2008; 105[26]: A 1461–4) werden die Richtlinien für die Organvermittlung zur Lebertransplantation wie folgt geändert:

A. In Kapitel II. wird der Abschnitt 1.6. mit seinen Unterabschnitten 1.6.1. und 1.6.2. wie folgt geändert:

„1.6. Leberteiltransplantation
Bei geeigneten Spenderlebern kann im Interesse der Versorgung von zwei Patienten mit einem Transplantat die Möglichkeit der Organteilung (Lebersplit) erwogen werden. Dieses Verfahren wird derzeit vor allem bei Kindern, jedoch auch bei Erwachsenen angewendet.
Erhält ein Patient von der Vermittlungsstelle ein sich aus der Warteliste ergebendes postmortales Leberangebot, so wird die Leber zu Zwecken der Transplantation geteilt, sofern es für eine Durchführung der Transplantation medizinisch erforderlich ist. Die Leber kann darüber hinaus geteilt werden, sofern die Erfolgsaussichten der Transplantation für diesen Patienten nicht unvertretbar beeinträchtigt werden.
Eine Ischämiezeit von weniger als zwölf Stunden für die Teillebertransplantate ist anzustreben.
Die für die Allokation von Teillebern erforderlichen Angaben (Segmentverteilung und Ablaufzeiten) meldet das teilende Zentrum unmittelbar an die Vermittlungsstelle.
Wegen der speziellen medizinischen Bedingungen bei Empfängern einer Teilleber gelten die folgenden Allokationsregeln.

1.6.1. Asymmetrischer Lebersplit
Im Falle eines asymmetrischen Lebersplits, d. h. bei der Teilung in einen linkslateralen Lappen (Segmente 2 und 3) und einen erweiterten rechten Lappen (anatomisch rechter Leberlappen plus Segment 4 (Segmente 4 bis 8)), handelt es sich bei dem erweiterten rechten Lappen in der Regel nicht um ein Organ mit eingeschränkter Vermittelbarkeit.

1.6.1.1. Primäre Zuteilung für ein Kind als Empfänger
Bei geplanter Teilung primär für ein Kind als Empfänger des linkslateralen Lappens soll der verbleibende erweiterte rechte Leberlappen nur solchen Transplantationszentren für diejenigen Patienten angeboten werden, die nach dem Zentrums- und dem Patientenprofil für die Transplantation eines erweiterten rechten Leberlappens in Betracht kommen. Im Übrigen erfolgt die Vermittlung nach den allgemeinen Regeln für das jeweilige Organ.
1.6.1.2. Primäre Zuteilung für einen erwachsenen Empfänger
Bei geplanter Teilung primär für einen Erwachsenen als Empfänger des erweiterten rechten Leberlappens sind für die konsekutive Zuteilung des verbleibenden linkslateralen Lappens die Regeln des beschleunigten Vermittlungsverfahrens zu beachten.

1.6.2. Symmetrischer Lebersplit
Bei geplanter Teilung einer primär entsprechend den Richtlinien zur Organvermittlung allozierten Leber durch einen symmetrischen Lebersplit, d. h. bei der Teilung der Leber in den anatomisch rechten (Segmente 5 bis 8) und den anatomisch linken Leberlappen (Segmente 2 bis 4), sind für die konsekutive Zuteilung des jeweils verbleibenden Lebersplits die Regeln des beschleunigten Vermittlungsverfahrens zu beachten.“

B. Inkrafttreten

Die Richtlinienänderungen treten am Tag nach Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt in Kraft.

[Hinweis: Der Wortlaut der Richtlinien ist abrufbar unter www.bundesaerztekammer.de/organtransplantation]

Korrespondenzanschrift: Bundes­ärzte­kammer, Dezernat VI, Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin
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