ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2009ADHS: Wenig Lebensqualität für Mutter und Kind

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ADHS: Wenig Lebensqualität für Mutter und Kind

PP 8, Ausgabe August 2009, Seite 368

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LNSLNS Zwei Psychologinnen der Universität Bremen haben das Wohlbefinden der Bezugspersonen von Jungen mit ADHS untersucht. Sie befragten die Mütter von 29 betroffenen und 29 nicht betroffenen acht- bis elfjährigen Jungen im Raum Bremen nach der eigenen gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der ihrer Kinder. Dabei stellte sich heraus, dass die Mütter betroffener Jungen die Lebensqualität ihrer Söhne gegenüber der Lebensqualität gesunder Jungen als eingeschränkt beschrieben. Auch die eigene psychische und körperliche Lebensqualität empfanden diese Mütter als beeinträchtigt. Hinzu kam ein ungünstiges Erziehungsverhalten, das sich unter anderem darin zeigte, dass die Mütter weniger positiv mit ihren ADHS-betroffenen Kindern interagierten, sich nicht genügend für sie interessierten und ihnen nur wenig persönliche Zuwendung gaben. Die Autorinnen halten es für sinnvoll, dass die Bezugspersonen so früh wie möglich in den diagnostischen und therapeutischen Verlauf einbezogen und selbst möglichst wenig belastet werden. Sie meinen: „Dies kann im Rahmen einer stationären familienorientierten Rehabilitation bestens gewährleistet werden.“ Hierbei sollten den Bezugspersonen in den Interventionsmaßnahmen unbedingt Möglichkeiten der Stressbewältigung vermittelt werden. ms

Schreyer I, Hampel P: ADHS bei Jungen im Kindesalter – Lebensqualität und Erziehungsverhalten. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2009; 37(1): 69–7.
Dipl.-Psych. Ina Schreyer, Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, Universität Bremen, Grazer Straße 6, 28359 Bremen
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