ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2009Vorschulkinder: Verhaltensstörungen rechtzeitig verhindern

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Vorschulkinder: Verhaltensstörungen rechtzeitig verhindern

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LNSLNS Externalisierende und internalisierende Störungen, die sich bereits im Kindergarten- oder Vorschulalter zeigen, tendieren dazu, sich zu verstärken und erhebliche Probleme im Schulalter zu verursachen. Um solcher Entwicklung vorzubeugen, haben US-amerikanische Psychologen ein multimodales Präventionsmodell für Kindergarten- und Vorschulkinder (Chicago School Readiness Project) entwickelt. Vor Beginn des Programms wurden die Lehrer im Umgang mit großen Gruppen beziehungsweise Vorschulklassen und in Maßnahmen, die Burn-out, Stress und Überforderung verhindern, geschult. Außerdem wurden sie darin unterwiesen, auf Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten gezielt einzugehen. Zur Schulung und Beratung wurde ihnen während der gesamten Zeit ein Coach zur Seite gestellt. An dem Programm nahmen 87 Lehrer und 449 Kinder teil, die in Untersuchungs- und Kontrollgruppen unterteilt wurden. Die Kinder stammten vorwiegend aus sozial schwachen Familien. In der Untersuchungsgruppe zeigten sich weniger internalisierende Verhaltensweisen (zum Beispiel Rückzug, Traurigkeit, Verschlossenheit) und externalisierende Auffälligkeiten (zum Beispiel Aggressivität, Trotz, körperliche und verbale Gewalt). „Mit dem Programm können psychische Auffälligkeiten bei Vorschulkindern aus sozial schwächeren Bevölkerungsschichten rechtzeitig und wirksam verhindert werden“, so die Wissenschaftler. Das Programm ermöglicht es zudem, die Kinder individuell zu fördern und die Gesundheit der Lehrer zu erhalten. ms

Raver C et al: Targeting children’s behavior problems in preschool classroom. Journal of Consulting and Clinical Psychology 2009; 77(2): 302–16.
C. Cybele Raver, Dep. of Applied Psychology, New York University, Kimball Hall, 246 Greene Street, NY 10003, E-Mail: cybele.raver@nyu.edu
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