ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2009Clopidogrel plus Protonenpumpenhemmer vermeiden

AKTUELL: Akut

Clopidogrel plus Protonenpumpenhemmer vermeiden

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LNSLNS Der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) liegen zwei Rote-Hand-Briefe vor, die die kombinierte Einnahme von clopidogrelhaltigen Medikamenten und Protonenpumpenhemmern betreffen.

Clopidogrel ist ein Pro-Drug. Der die Thrombozytenaggregation hemmende aktive Metabolit entsteht unter Beteiligung von Cytochrom- P450-2C19 (CYP2C19) in der Leber. Clopidogrel ist zugelassen zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei Patienten mit Herzinfarkt, mit ischämischem Schlaganfall oder mit nachgewiesener peripherer arterieller Verschlusskrankheit sowie bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom.

Protonenpumpenhemmer (PPI) werden häufig gemeinsam mit Clopidogrel verordnet. PPIs aber können die Aktivität von CYP2C19 hemmen. Clopidogrel kann daher bei Patienten, die diese Arzneimittelkombination erhalten, weniger wirksam sein.

Bis neue Daten vorliegen, empfiehlt die AkdÄ daher den Ärzten, die potenzielle Wechselwirkung zwischen Clopidogrel und PPI oder anderen Arzneimitteln, die CYP2C19 inhibieren, zu beachten, da diese Wechselwirkung zu einer Verminderung der klinischen Aktivität von Clopidogrel führen könnte.

Patienten sollten Clopidogrel weiter wie verordnet einnehmen

Patienten, die clopidogrelhaltige Arzneimittel benötigen, sollten diese weiterhin erhalten, sie sollten aber PPI und andere Arzneimittel, die CYP2C19 hemmen, vermeiden, es sei denn, sie sind absolut notwendig. Wenn die Anwendung eines gastroprotektiven Arzneimittels angezeigt ist, sollte berücksichtigt werden, dass andere magensäurevermindernde Arzneimittel, wie H2-Blocker oder Antazida, die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung von Clopidogrel nicht beeinträchtigen.

Die AkdÄ bittet die Ärzte, ihr alle beobachteten Nebenwirkungen, inklusive der Verdachtsfälle, mitzuteilen. Einen entsprechenden Berichtsbogen kann man sich auf der Internetseite der Kommission (www.akdae.de) herunterladen und die Verdachtsfälle online melden.

Den Rote-Hand-Brief zu Plavix® (Clopidogrel), Sanofi-Aventis Deutschland GmbH vom Juli 2009, findet man unter: www.akdae.de/ 20/40/Archiv/2009/200908042.pdf, den
zu Iscover® (Clopidogrel), Bristol-Myers-Squibb GmbH & Co. KgaA vom Juli 2009, unter: www.akdae.de/20/40/Archiv/2009/ 200908041.pdf.
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