ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2009Innere Medizin: Besser als dargestellt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die in der DETECT-Studie von Prof. Wittchen gefundenen Quoten für fehlende Diagnosestellungen und angeblich schlecht behandelte Blutdruckpatienten basieren auf Einmalmessungen der behandelnden Ärzte und sind damit völlig überschätzt. Angesichts der besonderen Situation einer Studie, der starken Variabilität einer Blutdruckmessung und dem häufigen „Weißkitteleffekt“ sind Einmalmessungen durch Ärzte nicht geeignet, um Diagnosen zu stellen oder Therapieerfolge zu kontrollieren. Standard in klinischen Studien und in der hausärztlichen Praxis sind folglich Mehrfachmessungen durch nicht ärztliches Personal . . . In der Praxis ist für den Hausarzt das Einstellen auf ideale Werte weitaus schwieriger als unter Studienbedingungen, bei denen sich ausgesuchte, hochmotivierte Studienteilnehmer über einen begrenzten Zeitraum an alle vorgegebenen Regeln halten.

Die hausärztliche Blutdruckversorgung ist besser, als sie hier dargestellt wird. In der im Beitrag zitierten EUROSPIRE III-Studie zeigt sich, dass in der Sekundärprävention der KHK eine fast komplette Medikalisierung hausärztlicher Patienten in Deutschland erreicht wird. Eine medikamentöse Blutdrucksenkung erbringt schon eine relativ hohe Risikosenkung weitgehend unabhängig vom Ausgangswert oder einer Zielwerterreichung.

Literatur bei dem Verfasser
Dr. med. Stefan Hensler, DEGAM-Sektion „Versorgungsaufgaben“, Oppenheimer Landstraße 72, 60596 Frankfurt
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote