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Die Passage über die traditionellen Heiler in Afrika, die nach Meinung der Autorin „mehr Schaden als Nutzen“ verursachen, kann nicht unwidersprochen hingenommen werden . . . Ich habe immer einen großen Respekt für die traditionellen Heiler gehegt, die sehr viele Krankheiten mit einfachen Mitteln und vor allem im kulturellen Kontext erfolgreich behandelt haben. Wir sahen in den Krankenhäusern, die nur winzige Inseln der westlichen Medizin darstellten, natürlich auch öfters die nicht erfolgreichen Heilungsversuche der Medizinmänner und -frauen, aber die vielen erfolgreichen Therapien bekamen wir nicht zu Gesicht. Für den überwiegenden Anteil der ländlichen Bevölkerung Afrikas stellen Heiler die erste medizinische Versorgungsebene dar, auf der viele leichtere Erkrankungen erfolgreich behandelt werden („mit unkonventionellen Heilmethoden“?). Ideal wäre eine Vernetzung mit den Strukturen der westlichen Medizin, wie sie bei der Zusammenarbeit mit traditionellen Hebammen erfolgreich praktiziert wird. Im Übrigen nahmen afrikanische Patienten immer gerne beide Gesundheitssysteme (das traditionelle und das westliche) in Anspruch, da die westliche Medizin zwar heilen konnte, aber nicht in der Lage war, eine zufriedenstellende Erklärung für den Grund einer Erkrankung zu liefern. Hier spielen traditionelle Vorstellungen eine große Rolle, die die Heiler interpretieren und so das Kausalitätsbedürfnis der afrikanischen Patienten befriedigen.
Dr. Christian Richter, Herrnhuterstraße 8,
27721 Ritterhude
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