ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2009Bekanntmachungen: HbA1c – bisher übliche Einheiten können neben den neuen weiterverwendet werden

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Bekanntmachungen: HbA1c – bisher übliche Einheiten können neben den neuen weiterverwendet werden

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LNSLNS Empfehlung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, diabetesDE und der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin

Die Bestimmung der Subfraktion des nicht-enzymatisch glykierten Hämoglobins, des HbA1c zur retrospektiven Schätzung der Qualität der Blutzuckereinstellung bei Diabetikern ist seit vielen Jahren etabliert. Zu ihrer Bestimmung werden unterschiedliche Methoden, heute häufig immunologische, eingesetzt, deren Ergebnisse [%] auf die beim Diabetes Control and Complications Trial (DCCT)1 verwendete chromatografische Methode (NGSP, National Glycohemoglobin Standardization Program) bezogen werden. Diese beinhalten jedoch nicht nur die mit der Blutzuckereinstellung korrelierte glykierte Komponente, sondern auch andere Fraktionen, deren Konzentrationen nicht von der Blutzuckerkonzentration im Blut abhängen, und sind damit zu hoch. Dies ist nachvollziehbar nachteilig.

2002 wurde eine Referenzmethode der International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (IFCC) veröffentlicht2, die ausschließlich die diagnostisch relevante HbA1c-Fraktion quantifiziert. Werden die Routinemethoden hiermit standardisiert, liegen die so erhaltenen Ergebnisse im Grenzbereich etwa 1/3 niedriger als die bisher gewohnten.

Da dieser Unterschied zwar klinisch entscheidungsrelevant, andererseits aber nicht so ausgeprägt ist, dass er sofort ins Auge springt, besteht bei Beibehaltung der Angabe in [%] die Gefahr der Fehlinterpretation bei Arzt und Patient. Deshalb ist internationaler Konsens, die mit der neuen Standardisierung erhaltenen Ergebnisse in der Einheit [mmol/mol Hämoglobin] anzugeben, deren Zahlenwerte um etwa eine Zehnerpotenz höher als die bisherigen liegen. Der Referenzbereich Gesunder liegt dann bei 28–38 mmol/mol Hb.

Da aber Ärzte und Patienten über Jahre an die NGSP-standardisierte Einheit und Wertlage gewöhnt sind, empfehlen beide unterzeichnenden Fachgesellschaften bis auf Weiteres die Ergebnisse in beiden Einheiten, also standardisiert nach NGSP [%] und IFCC [mmol/mol Hb], nebeneinander anzugeben. Die Umrechnung erfolgt über eine Näherungsformel

HbA1c (IFCC) [mmol/mol Hb] =
(HbA1c (NGSP) [%] 2 2,15)/0,0915

bzw.
HbA1c (NGSP) [%]
= HbA1c (IFCC) [mmol/mol Hb] * 0,0915 + 2,15

Bei diesem empfohlenen Vorgehen ist ein Schaden für die Patienten ausgeschlossen.

Für die Deutsche Diabetes-Gesellschaft/diabetesDE:

Prof. Dr. Thomas Danne Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland
Hannover     Hamburg

Für die Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin:

Prof. Dr. Karl Lackner     Prof. Dr. Erwin Schleicher
Mainz     Tübingen
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