MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Hodenhochstand

Diagnostik, Therapie und langfristige Konsequenzen

The Undescended Testis: Diagnosis, Treatment and Long-Term Sequelae

Dtsch Arztebl Int 2009; 106(33): 527-32; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0527

Mathers, Michael J.; Sperling, Herbert; Rübben, Herbert; Roth, Stephan

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Hintergrund: Beim Hodenhochstand wird durch die verspätete Verlagerung des Hodens in das Skrotum die Voraussetzung für seine normale Entwicklung potenziell
gestört. Selbst nach zeitgerechter Behandlung stellt die
reduzierte Fertilität die Hauptkomplikation des primären Hodenhochstands dar, denn erste histopathologische Veränderungen (Leydigzell-Hypoplasie) werden bereits in den ersten Lebensmonaten fassbar. Es gibt Anhaltspunkte, dass vielerorts die Therapie zu spät begonnen wird. Hormontherapie und Operation ergänzen sich und sollten vor dem ersten Geburtstag abgeschlossen sein.
Methoden: Selektive Literaturrecherche in pubMed (Januar 2008) mit folgenden Schlüsselwörtern: „cryptorchidism“, „maldescensus testis“, „etiology“, „therapy“, „semen
quality“ und „testicular cancer“. Insbesondere wurde die aktuelle S2-Leitlinie zum Hodenhochstand berücksichtigt.
Ergebnisse/Schlussfolgerung: Die frühzeitige Hormontherapie ist mit Einschränkungen der sinnvolle, erste Schritt der Therapie. Bei Erfolglosigkeit sollte ohne Zeitverzögerung die operative Korrektur folgen. Der Therapieerfolg ist abhängig von der Ausgangslage des Hodens. Das erhöhte Malignitätsrisiko wird jedoch nicht reduziert. Die Aufklärung der Eltern über dieses Risiko ist unabdingbar. Die Therapie des Hodenhochstandes, als häufigste genitale Fehlbildung bei Jungen, sollte nach entsprechender Diagnostik rechtzeitig vor dem ersten Geburtstag hormonell und/oder operativ erfolgen, um spätere Fertilitätseinschränkungen zu minimieren. Bei Jungen, die vor dem
13. Lebensjahr erfolgreich behandelt werden, wird das
Malignomrisiko scheinbar nicht vermindert, aber die
spätere Untersuchung des Hodens erleichtert.
Dtsch Arztebl Int 2009; 106(33): 527–32
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0527
Schlüsselwörter: Maldescensus testis, Fertilität,
Hormontherapie, chirurgische Therapie, Malignitätsgrad
LNSLNS Hodenhochstand ist die häufigste genitale Fehlbildung bei Jungen. Der Regelmechanismus des pränatalen, testikulären Deszensus ist noch nicht völlig geklärt, aber es gibt deutliche Hinweise, dass endokrine, genetische und Umweltfaktoren beteiligt sind (1, e1).

Die Therapie des nicht deszendierten Hodens sollte nach sechs Monaten beginnen und idealer Weise bis zum ersten Geburtstag des Patienten abgeschlossen sein (2). In Deutschland herrscht allgemeine Übereinstimmung, dass das Bewusstsein für eine rechtzeitige Therapie des Hodenhochstandes geschärft werden sollte (3). Die Behandlung umfasst dabei hormonelle und/oder operative Therapieansätze. Männer mit unbehandeltem beidseitigem Hodenhochstand haben eine eingeschränkte Fertilität (e2). Durch die frühzeitige Behandlung kann potenziell das Risiko der Infertilität vermindert werden, das Malignitätsrisiko bei Behandlung vor dem 13. Lebensjahr wahrscheinlich jedoch nicht (4). Die skrotale Positionierung erlaubt aber eine bessere Untersuchung des Hodens, sodass eine diesbezügliche frühzeitige Entdeckung einer Malignitätsentwicklung, in der Regel durch die Eigenuntersuchung, gewährleistet wird (5, e3). Nach der Therapie ist in den aktuellen S2-Leitlinien eine konsequente Nachsorge bis zu einem Jahr postoperativ genau beschrieben (2). Im Erwachsenenalter gibt es keine konsensuale Empfehlung, obwohl bekannt ist, dass ein Hodenhochstand langfristige Konsequenzen der Hodenfunktion und die Entwicklung eines Hodenkarzinoms, selbst nach erfolgreicher Behandlung, mit sich bringen kann. Letzteres trifft besonders zu für Jungen, die verspätet behandelt werden (4).

Ziel und Methode der Übersichtsarbeit
Der Beitrag gibt eine Übersicht über die Diagnostik und Therapie des Hodenhochstandes und geht insbesondere auf die langfristigen Konsequenzen ein. Die Literatursuche erfolgte im Januar 2008 über pubmed ohne rückwirkende zeitliche Beschränkung mit den folgenden Stichworten: „cryptorchidism“, „maldescensus testis“, „aetiology“, „semen quality“ und „testicular cancer“.

Systematische Übersichten und, wenn vorhanden, Metaanalysen randomisierter, kontrollierter Studien wurden identifiziert und anschließend mit den inhaltlichen Kriterien verknüpft. Die aktuelle S2-Leitlinie von Januar 2008 zum Hodenhochstand von der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, der Deutschen Gesellschaft für Urologie, der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin wurde besonders berücksichtigt.

Prävalenz
Frühgeborene Jungen sind bis zu einem Drittel vom Maldeszensus testis betroffen, bei termingerecht geborenen Knaben leiden etwa 2 bis 5 Prozent an mindestens einem nicht deszendierten Hoden (6). Infolge einer kurzfristigen endogenen Testosteron
Sekretion nach der Geburt reduziert sich die Inzidenz nach drei Monaten auf 1 bis 2 Prozent ( 6). Eine abwartende Haltung („watchful waiting“) nach sechs Monaten ist nach der Studienlage nicht indiziert, da es hiernach nur sehr selten zu einem spontanen Deszensus kommt (5, 7).

Der physiologische Prozess des Deszensus testis ist weitgehend ungeklärt, ebenso wie die genauen Ursachen des Maldeszensus unbekannt sind.

Ein Geburtsgewicht unter 2,5 kg sowie Frühgeburten sind ein Risikofaktor für einen Maldeszensus. Insuffizienz der Plazenta mit verminderter Human-Chorion-Gonadotropin(HCG)-Sekretion (e4) scheinen ebenso eine Rolle zu spielen wie ein verminderter mütterlicher Östrogenspiegel (e5).

Anhaltspunkte verdichten sich, dass Umweltfaktoren das Risiko eines Hodenhochstandes erhöhen. Persistente chlororganische Verbindungen, Mono-Ester der Phthalate, das mütterliche Rauchen und maternaler Diabetes mellitus sind ebenfalls Risikofaktoren für eine Fehlentwicklung der männlichen Reproduktionsorgane (e6, e7, 8).

Viele nicht deszendierte Hoden haben begleitend einen offenen Processus vaginalis (e8). Dieser wird, wie auch das gleichzeitige Vorliegen einer Inguinalhernie, operativ im Rahmen der Orchidofunikulolyse mitversorgt.

Untersuchung und Diagnostik

Die Hodenuntersuchung des Säuglings und des Kleinkindes erfordert Erfahrung und sollte immer mit einer zweihändigen Technik durchgeführt werden. Die Palpation sollte sowohl in angstfreier als auch in warmer Umgebung erfolgen, da durch Kälte oder Angst der Kremasterreflex zur Retraktion des Hodens führen kann. Eine Hand streift von der Spina iliaca superior in Richtung Os pubis entlang dem Leistenkanal, wobei die andere Hand versucht, den Hoden zu tasten. Bei diesem Manöver ist es auch häufig möglich, den Hoden in Richtung Skrotum zu drücken, sodass er am äußeren Leistenring zu liegen kommt. Lässt man den Hoden wieder los, springt er sofort aus dem oberen Skrotalfach in Richtung Leistenkanal (Gleithoden). Im Gegensatz hierzu bleibt der Pendelhoden im Skrotum liegen, bis der Kremasterreflex ausgelöst wird, und dann erst verschwindet der Hoden nach kranial (Kasten gif ppt).

Bildgebend zeigt die Sonografie mit hochauflösendem Schallkopf (> 7,5 MHz) bei nicht tastbaren Hoden eine korrekte Klassifikationrate (accuracy) von 84 Prozent (bei einer Sensitivität von 76 % und einer Spezifität von 100 %) (Grafik 1 gif ppt ) (e9). Diese initiale Abklärung des Leistenhodens erlaubt eine Beurteilung bezüglich Größe und Parenchymstruktur. Bei der Suche nach einem Bauchhoden kann man durch die MRT eine korrekte Klassifikation (accuracy) von 85 % erwarten bei einer Sensitivität von 86 % und einer Spezifität von 79 % (e9). Die heute bevorzugte Methode zur Hodenlokalisation bei nicht palpablem Hoden ist die Laparoskopie (2).

In der Regel kann auf diagnostische Laboruntersuchungen verzichtet werden. Bei einem männlichen Neugeborenen mit beidseitigem nicht palpablem Hoden muss ein weiblicher Karyotyp mit begleitendem adrenogenitalem Syndrom ausgeschlossen werden. Bei beidseits nicht tastbaren Hoden ist eine pädiatrisch-endokrinologische Abklärung indiziert, unter anderem, um andere Syndrome auszuschließen. Ein Nachweis von testosteronproduzierendem Hodengewebe sollte einer operativen Exploration vorausgehen und ist möglich mit dem üblichen HCG-Stimulationstest (Grafik 2 gif ppt).

Erhöhungen von luteinisierendem Hormon (LH), follikelstimulierendem Hormon (FSH) sowie die Nichtmessbarkeit der Müller-Gang-inhibierenden Substanz (MIS), deuten auf eine Anorchie hin (e10). Die Erhöhung der Gonadotropine und ein negativer intramuskulärer humaner Chorion-Gonadotropin (HCG) -Stimulationstest (Grafik 2) (9) ohne Nachweis der Testosteronproduktion unterstützen diese Vermutung. Den endgültigen Beweis der Anorchie bringt hingegen die operative Exploration.

Therapie des Hodenhochstandes
Die Therapie des Hodenhochstandes erfolgt hormonell, operativ oder durch eine Kombination aus beidem. Der Erfolg der Behandlung hängt von der Position des Hodens bei der Diagnosestellung ab. Das Einsetzen von Human-Chorion-Gonadotropin (HCG) stimuliert die Leydigzellen des Hodens zur Testosteronproduktion. Gonadotropine Releasing Hormone (GnRH) stimuliert die Hypophyse zur Sekretion von luteinisierendem Hormon (LH), das wiederum die Leydig-Zellen im Hoden zur Testosteronproduktion anregt und so den Deszensus einleitet.

Die Orchidopexie ist die Standardoperation bei Hodenhochstand (e11). Sie sollte primär bei Hodenektopie, gleichzeitiger Leistenhernie, nach inguinaler Voroperation, bei Rezidiven, bei älteren Säuglingen oder nach erfolgloser Hormontherapie durchgeführt werden. Bei nicht palpablen Hoden ist die offene Operation/Laparoskopie sowohl diagnostisch als auch gleichzeitig therapeutisch.

Zeitablauf für die Therapie
Neue Erkenntnisse legen nahe, in den ersten sechs Monaten auf einen spontanen Deszensus zu warten. Bei Nichtdeszensus sollte insbesondere im Hinblick auf eine bessere spätere Fertilität mit einer präoperativen kombinierten Hormontherapie begonnen werden. Ist diese erfolglos, ist die Operation indiziert. Zum ersten Geburtstag soll die Therapie inklusive der operativen Korrektur abgeschlossen sein (2). Da bei etwa 24 % der Jungen nach der hormonellen Therapie eine Re-Aszension stattfindet (e12), ist es sinnvoll, diese Jungen mindestens sechs Monate lang zu kontrollieren (2). Wird ein behandlungsbedürftiger Hodenhochstand nach dem ersten Geburtstag entdeckt, sollte die Operation primär angestrebt werden.

Hormontherapie
In den neuen Leitlinien (2) werden zwei Ziele für eine Hormontherapie verfolgt:
- Induktion des Deszensus des retinierten Hodens und
- die Keimzellreifung und Proliferation zu stimulieren, um zur Verbesserung der Fertilität beizutragen.

Die in der Literatur angegebenen Erfolgsaussichten der HCG-Therapie variieren bei kontrollierten Studien zwischen 20 und 99 Prozent (e13, e14, 10), wobei die meisten Studien eine Erfolgsrate durch die Hormontherapie von etwa 20 Prozent vorweisen (e15, e16) oder sogar weniger, wenn Pendelhoden, die nicht therapiebedürftig sind, explizit ausgeschlossen wurden (e17). Ursächlich für diese Diskrepanzen sind die unterschiedlichsten Dosierungen, Behandlungsintervalle und Altersunterschiede der behandelten Jungen. Nebenwirkungen der HCG-Therapie können sein: Vergrößerung des Penis (3 %), Wachstum der Genitalbehaarung, Hodenvergrößerung und ein aggressives Verhalten des Kindes während der Therapie (1 %) (e18). Auch bei der GnRH-Therapie variieren die Erfolgsraten bei kontrollierten Studien stark (0–78 %). In einer vergleichenden, randomisierten Doppelblindstudie war ein klinischer Erfolg bei 6 % der Jungen, die mit HCG behandelt wurden, und bei 19 % nach GnRH-Behandlung zu verzeichnen (10). In einer Metaanalyse von 33 randomisierten Studien bei 3 282 Jungen mit 4 524 nicht deszendierten Hoden lag der Erfolg mit HCG bei 19 %, mit GnRH bei 21 % und mit Placebo bei 4 % (e16).

In einer prospektiv randomisierten Studie verbesserte die neoadjuvante GnRH-Therapie den Fertilitätsindex (Anzahl adulter dunkler Spermatogonien pro Tubulus) (e15). Gemäß der oben genannten Leitlinie (2) sollte eine LHRH-Therapie begonnen werden (Tabelle gif ppt).

Unabhängig vom Erfolg wird im unmittelbaren Anschluss HCG verabreicht. Unter dieser Kombination kann mit einem Deszensus bei etwa 20 Prozent der Fälle gerechnet werden (e16). Ob hierdurch auch gleichzeitig die Ausreifung des Keimepithels verbessert werden kann und dies gleichzeitig mit einer Verbesserung der Fertilität im Erwachsenenalter einhergeht, ist ungewiss. Inwieweit HCG auch negative Auswirkungen hat, ist zur Zeit noch nicht abschließend geklärt (11, e15, e19).

Postoperative Hormontherapie
Die postoperative Hormontherapie durch GnRH-Analoga in Niedrigdosierung, scheint einen Vorteil für die spätere Fertilität nahezulegen (e19, 12). Die aktuelle Datenlage rechtfertigt nicht die allgemeine Empfehlung einer postoperativen Hormontherapie. Im Einzelfall sollte die Vorgehensweise mit den Eltern besprochen werden.

Hodenbiopsie
Um den Reifungszustand des Hodens festzustellen, ist die Hodenbiopsie während der Operation umstritten und zurzeit Studien vorbehalten. Bei Verdacht auf Ovotestis (das gleichzeitige Auftreten von Hoden-[testis] und Eierstockgewebe [Ovarium] in einer Keimdrüse), Dysgenesie oder Tumor ist sie jedoch indiziert.

Operative Therapie
Das Ziel der Operation ist es, den retrahierten Hoden aufzusuchen, nach ausreichender Orchidolyse spannungsfrei ins Skrotum zu verlagern und dort zu pexieren. Beim abdominal gelegenen Hoden ist dies entweder offen-operativ oder laparoskopisch möglich. Beide Methoden sind als gleichwertig zu betrachten. Da in etwa 5 Prozent der Fälle die Operation mit dem gewählten Verfahren nicht erfolgreich beendet werden kann (e20, e21), sollte während des Eingriffes auf das jeweils andere Verfahren gewechselt werden können. Bei 9,8 Prozent der Jungen wird bei abdominalen Hoden eine Hodenaplasie diagnostiziert (13). Es kommt vor, dass nur Rudimente am Samenstrangende gefunden werden, die entfernt werden sollten.

In einer Metaanalyse von 64 Studien bei 8 425 kryptorchen Hoden wurden folgende Erfolgsraten angegeben:
- für Hoden, die ursprünglich distal des äußeren Leistenrings waren, 92 Prozent,
- für „echte“ Leistenhoden 87 Prozent
- für abdominale Hoden 74 Prozent (Evidenzgrad III) (14).
- Für laparoskopisch durchgeführte Orchidopexien abdominaler Hoden liegen die Erfolgsquoten bei über 90 Prozent (15, e22).

Im Rahmen der „laparoskopischen Hodensuche“ beim Bauchhoden bietet sich als einfach durchführbare Erweiterung des diagnostischen zum operativen Eingriff die Unterbindung der Testikulargefäße (Fowler-Stephens-Manöver) (16, 17, e23).

Das Synonym „Operation nach Fowler-Stephens“ steht für die Operation des Bauchhodens durch Unterbindung der testikulären Gefäße intraperitoneal bei sicherer Schonung der Gefäße des Ductus deferens (Evidenzgrad IV) (18).

Unterschieden werden das ein- und das zweizeitige Vorgehen nach Fowler-Stephens, wobei das einzeitige Verfahren heute kaum noch Anwendung findet, da es keine Zeit zur Ausbildung weiterer Kollateralkreisläufe lässt. Die Erfolgschancen werden entsprechend einer Metaanalyse von Docimo für die zweizeitige Operation nach Fowler-Stephens mit 77 Prozent angegeben (Evidenzgrad III) (14, 15).

Die Autotransplantation, bei der die Hodengefäße mit Gefäßen der Bauchdecke anastomosiert werden, ist trotz Zuhilfenahme der mikrochirurgischen Techniken vor allem durch die abnehmenden Gefäßdurchmesser im frühen Operationsalter limitiert. Bei einer Metaanalyse lag die Erfolgsrate bei 84 Prozent (Evidenzgrad III [14], Evidenzgrad IV [19]).

Eine Komplikation der Orchidopexie ist die Hodenatrophie. Die Präparation der Testikulargefäße und/oder postoperative Schwellungen und Infektionen können in einer Ischämie des Hodens resultieren und eine (Teil-)Atrophie des Hodens bedingen. Obwohl dies eine seltene Komplikation ist, zeigt die Metaanalyse der zur Verfügung stehenden Literatur, dass selbst relativ distale Hoden eine Versagerquote von bis zu 8 Prozent haben. Bei intraabdominalen Hoden liegt diese bei mehr als 25 Prozent. Weitere Komplikationen sind neben Infektionen und Nachblutungen Rezidive, die eine erneute Operation erforderlich machen. Ein Wiederholungseingriff sollte nicht früher als sechs Monate nach der ersten Operation erfolgen.

Ob ein Hodenrudiment (atropher Hoden, nicht wachsender Hoden) belassen werden kann, ist unklar. Meist wird die Entfernung empfohlen, um bei noch vorhandenem Hodenrestgewebe eine spätere maligne Entartung von vorneherein zu eliminieren. Diese Alternative sollte vor der Operation mit den Eltern besprochen werden.

Infertilität
Männer mit einem Hodenhochstand in der Anamnese haben eine verminderte Fertilitätswahrscheinlichkeit bei niedriger Spermienzahl und insgesamt schlechterer Samenqualität als Männer mit einem normalen Hodendeszensus (e24, 20). Die Subfertilität wird nicht durch einen normal deszendierten, kontralateralen Hoden kompensiert. Die Wahrscheinlichkeit einer Fertilitätsstörung ist bei einem beidseitigen Kryptorchismus und mit einem späteren Therapiezeitpunkt des nicht deszendierenden Hodens zusätzlich erhöht. Erwachsene Männer mit bestehendem, beidseitigem Hodenhochstand haben fast immer eine Azoospermie, wohingegen nach einer Orchidopexie mehr als 20 Prozent der Jungen eine normale Spermienzahl erreichen. Es gibt nur wenige Studien, die die Samenqualität im Verhältnis zum Lebenszeitpunkt der Therapie, der ursprünglichen Position des Hodens und der operativen Technik berücksichtigen. Operative Therapien bei Jungen im Alter zwischen zehn Monaten und vier Jahren mit beidseitigem Kryptorchismus führen in 76 Prozent der Fälle zu einer normalen Spermienzahl im Vergleich zu 26 Prozent der Jungen, die im Alter zwischen 4 und 14 Jahren operiert worden sind (21). Beim einseitigen Hodenhochstand ist dieser Zeiteffekt nicht so ausgeprägt (21). Es ist gut möglich, dass dies durch die beeinträchtigte Spermatogenese erklärbar ist, die bereits in den ersten Lebensmonaten histologisch durch eine zunehmende Reduktion der Testosteron bildenden Leydig-Zellen, einem verzögerten Auftreten von Spermatogonien und einem quantitativ sowie qualitativ herabgesetzten Reifungsprozess der Keimzellen gekennzeichnet ist (e25). Es zeigt sich, dass nach Therapie die Fertilität noch beeinträchtigt sein kann, wobei es einen deutlichen Vorteil einer frühen Therapie gibt (e24, 22).

Malignität
Inzwischen ist es gut dokumentiert, dass Männer mit einem Kryptorchismus in der Anamnese eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines testikulären Keimzelltumors haben. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 1 : 2 000 (e26), im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ist sie um den Faktor 32 erhöht (3). In einer Metaanalyse von 21 kontrollierten Studien zeigte sich bei Männern mit einem Hodenhochstand in der Anamnese eine erhöhte Odds Ratio von 3,5 bis 17,1 (23). Am höchsten ist das Risiko beim intraabdominal gelegenen Hoden, es ist 5-mal höher als bei einem inguinalen Hodenhochstand. Die Ätiologie des Hodenmalignoms ist unbekannt, aber epidemiologische Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen intrauteriner und perinataler, testikulärer Entwicklung und dem Hodenhochstand hin (e27, e28). Einigkeit besteht in der Vorstellung, dass der Mechanismus, der zum Hodenmalignom führt, bereits vor der Geburt oder im Säuglingsalter in Gang gesetzt wird (24, 25).

Hodenmalignome entwickeln sich aus präinvasiven Läsionen, dem Carcinoma in situ (CIS) oder TIN (testikuläre intraepitheliale Neoplasie) (e29). In einer Studie mit 300 Männern, die zuvor eine Orchidopexie hatten, zeigte sich bei einer späteren Hodenbiopsie bei 1,7 Prozent ein TIN (e28). Eine generelle Biopsie des Hodens zum Zeitpunkt der Orchidopexie im kindlichen Alter wird nicht empfohlen. Das Risiko ein Hodenmalignom zu entwickeln, ist bei einem beidseitigen Hodenhochstand höher als bei einem einseitigen. Bei Männern mit einseitigem Hodenhochstand findet sich in den überwiegenden Fällen das Malignom auf der betroffenen Seite, allerdings ist in etwa 20 Prozent der Fälle auf der deszendierten Seite eine maligne Entartung zu finden (e30). Ob die operative Korrektur vor der Pubertät einen Einfluss auf das Entartungsrisiko hat, wird kontrovers diskutiert (5, e31). Die Ergebnisse, erzielt in einer Kohorte von 16 983 Patienten zeigen, dass das Malignomrisiko bei Jungen, die erst nach dem 13. Lebensjahr operiert werden, etwa doppelt so hoch ist (4). Gesichert ist, dass durch die vereinfachte Selbstuntersuchung ein Hodentumor leichter entdeckt werden kann (3).

Fazit
Der Hodenhochstand ist die häufigste genitale Fehlbildung bei Jungen und soll vor dem ersten Geburtstag therapiert sein. Nach medikamentöser Therapie (LHRH und HCG) sollte bei Erfolglosigkeit unverzüglich eine Orchidopexie angestrebt werden, um das Risiko einer weiteren Schädigung des Hodengewebes zu verringern. Die Eltern der Jungen müssen aufgeklärt werden, dass durch die Korrektur des Hodenhochstandes zwar die künftige Untersuchung des Hodens erleichtert wird, sich das Malignomrisiko jedoch nicht vermindert.
Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 2. 10. 2008, revidierte Fassung angenommen: 15. 1. 2009


Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Michael J. Mathers F.E.B.U.
Urologische Gemeinschaftspraxis Remscheid
Fastenrathstraße 1
42853 Remscheid
E-Mail: drmathers@urologie-remscheid.de


Summary
The Undescended Testis: Diagnosis, Treatment and Long-Term
Sequelae
Background: The late descent of a testicle into the scrotum may impair its development. Reduced fertility is the main risk of primary cryptorchidism even after timely treatment, as histopathological changes (Leydig cell hypoplasia) already become apparent in the first few months of life. There is evidence, however, that treatment is often delayed. Hormonal and surgical treatments complement each other and should be provided before the child’s first birthday.
Methods: Selective literature search in PubMed (January 2008) based on the following keywords: „cryptorchidism“, „maldescensus testis“, „etiology“, „therapy“, „semen quality“, „testicular cancer“. Particular
attention was paid to the current S2 guidelines on cryptorchidism.
Results/Discussion: Hormone therapy is the best initial treatment in most cases, with a few exceptions. If this is unsuccessful, surgery should be performed without delay. The success of treatment depends on the initial position of the testicle. Treatment does not lessen the risk of malignancy. Parents must be informed about this risk.
The undescended testicle is the most common genital malformation in boys. When diagnosed, it should be treated hormonally and/or surgically before the child's first birthday to minimize the risk of impaired fertility. Successful treatment before age 13 appears not to lessen the risk of
testicular cancer, but it does facilitate early detection by enabling physical examination of the testicle.
Dtsch Arztebl Int 2009; 106(33): 527–32
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0527
Key words: Maldescensus testis, cryptorchidisim, fertility, hormonal
treatment, surgical treatment, malignancy
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Urologische Gemeinschaftspraxis Remscheid, Kooperationspraxis der Klinik für Urologie und Kinderurologie, Klinikum Wuppertal, Universität Witten/Herdecke: Dr. med. Mathers
Urologische Klinik, Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach: PD Dr. med. Sperling
Urologische Klinik, Universitätsklinikum Essen: Prof. Dr. med. Rübben
Klinik für Urologie und Kinderurologie, Klinikum Wuppertal, Universität Witten/Herdecke: Prof. Dr. med. Roth
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  • Klinische Anmerkungen
    Dtsch Arztebl Int 2010; 107(5): 73; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0073a
    Becker, Karl
  • Morphologische Befunde
    Dtsch Arztebl Int 2010; 107(5): 73; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0073b
    Städtler, Fritz
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2010; 107(5): 73-4; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0073c
    Mathers, Michael J.

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