ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2009Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Schuchart, Sabine

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LNSLNS Weibliche Hauptrolle: Die Protagonisten der aktuellen Filme sind Frauen. Das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

BIOGRAFIE
Ab 13. August:
Coco Chanel
Gleich zwei Filme sind in diesem Jahr der französischen Mode-Ikone gewidmet: Demnächst kommt „Coco & Igor“ über Chanels Liaison mit dem russischen Komponisten Igor Strawinski ins Kino. Und jetzt läuft der Biopic über ihre jungen Jahre an: Audrey Tautou – mit den dunklen Augen und dem androgynen Körperbau von verblüffender Ähnlichkeit – verkörpert darin das ehemalige Waisenkind, das in ärmlichsten Verhältnissen in der Provinz aufwuchs und sich von Kindheit an behaupten musste. Daraus bezog sie die Kraft, die Mode von allen Konventionen zu befreien und mit der Reduktion auf das Wesentliche eine völlig neue Ära einzuleiten.
Frankreich 2009, 110 Minuten

Foto: Warner Bros.
Foto: Warner Bros.
DRAMA
Ab 27. August:
Beim Leben meiner Schwester
Als Sara (Cameron Diaz) und Brian Fitzgerald (Jason Patric) erfahren, dass ihre zweijährige Tochter Kate an Leukämie erkrankt ist, nimmt ihr Leben eine dramatische Wendung. Per künstlicher Befruchtung bekommen sie eine genetisch maßgeschneiderte Retortentochter, um immer passende Stammzellen für Kate verfügbar zu haben. Anna wird von Geburt an als Spenderin von Stammzellen oder Knochenmark für Kate (Sofia Vassilieva) gebraucht. Als sich die Elfjährige (Abigail Breslin) schließlich weigert, auch noch eine ihrer Nieren zu spenden, und den -Anwalt Campbell Alexander (Alec Baldwin) engagiert, um die Selbstbestimmung für ihren Körper einzuklagen, steht die Familie vor einer harten Probe. Nick Cassavetes Film basiert auf dem US-Bestseller von Jodi Picoult, in dem diese die Krebserkrankung ihres Sohns verarbeitete. Auch das deutsche Buch war ein Riesenerfolg.
USA 2009, 109 Minuten

Ab 27. August:
Chéri
Mit Topschauspielern inszenierte Stephen Frears („Die Queen“) Colettes Skandalroman über die Amour fou -zwischen einem jugendlichen Lebemann (Rupert Friend) und der in die Jahre gekommenen Edelkurtisane Léa (Michelle Pfeiffer). Im Paris des späten 19. Jahrhunderts lebt sie in unbeschreiblichem Luxus. Auf Wunsch ihrer ehemaligen Kollegin Madame Preloux (Kathy Bates) soll Léa deren hübschen, verwöhnten Sohn Chéri zum Mann machen. Was als Flirt beginnt, wird allerdings zu einer sechs Jahre andauernden Liebesbeziehung. Natürlich hat Madame Preloux
andere Pläne für ihren Sohn.
Großbritannien 2009, 100 Minuten

Ab 10. September:
Sturm
Hans-Christian Schmids („Requiem“) Politthriller über eine junge Anklägerin, die einem jugoslawischen Völkermörder in Den Haag den Prozess machen will, wurde mit Auszeichnungen überhäuft: Staatsanwältin Hannah Maynard (Kerry Fox) möchte einen serbischen Offizier hinter Gitter bringen, der die Deportation und den Tod zahlloser bosnisch-muslimischer Zivilisten zu verantworten hat. Ihre Aufgabe gleicht einer Sisyphusarbeit. Schließlich gelingt es ihr, die in Berlin le-
bende Bosnierin Mira (Anamaria Marinca) zu überzeugen, vor dem Kriegsverbrechertribunal auszusagen. Doch nicht nur bosnisch-serbische Nationalisten, sondern auch Gegner aus den eigenen Reihen haben großes Interesse daran, dass die Verbrechen von einst nie aufgeklärt werden.
Deutschland/Dän./Niederl. 2009, 110 Min.

KOMÖDIE
Ab 3. September:
Julie & Julia
Zwei Frauen und ihre Liebe zum Essen: 1949 entdeckt Julia Child (hinreißend: Meryl Streep), die Frau eines nach Paris versetzten Amerikaners, an der Seine ihre neue Berufung: das Kochen. Mit naiver Verwegenheit setzt sie sich im Umfeld von Profiköchen durch, wird Mitautorin eines Bestsellers über die französische Küche. Rund 50 Jahre später, im New York des Jahres 2002, bricht auch Julie Powell (Amy Adams) in ein neues Leben auf. Tagsüber arbeitet sie als telefonische Kummertante für die Opfer von Ground Zero. In ihrer Freizeit versucht sie, alle 524 Rezepte ihres Idols Julia Child in einem Jahr nachzukochen, dokumentiert dies in einem Blog und wird berühmt. Diese beiden Zeitebenen verknüpft der Film auf locker-schmackhafte Weise.
USA 2009, 123 Minuten
Sabine Schuchart

Dieter Gränicher: „Pausenlos“, ca. 85 Min., Absolut Medien, Bestellnr.: 669, 19,90 Euro, Telefon: 0 30/28 53 98 70 Foto: Absolut Medien
Dieter Gränicher: „Pausenlos“, ca. 85 Min., Absolut Medien, Bestellnr.: 669, 19,90 Euro, Telefon: 0 30/28 53 98 70 Foto: Absolut Medien
DVD-TIPP
Die Kunst des Atemholens

Wie macht man einen Film über die Zeit? Wie nähert man sich einem derart abstrakten Thema? Der Dokumentarfilmer Dieter Gränicher („SeelenSchatten“, „Der Duft des Geldes“) legt den Fokus auf die Pause, auf den Wunsch nach Entschleunigung, der in unserer schnelllebigen Zeit immer mehr Menschen bewegt. Dafür lässt er einen Zeitforscher zu Wort kommen und porträtiert Menschen mit völlig unterschiedlichem Zeitbewusstsein: eine berufstätige Mutter, die erst in klösterlicher Abgeschiedenheit Ruhe findet, einen Skitrainer und Weltcupsieger, eine überarbeitete Angestellte, die einen Zusammenbruch erleidet.
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