ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2009Krebsfrüherkennung: Häufig überschätzter Nutzen

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Krebsfrüherkennung: Häufig überschätzter Nutzen

Meyer, Rüdiger

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92 Prozent der Frauen schätzen den Nutzen der Mammografie positiver ein, als er tatsächlich ist. Foto: dpa
92 Prozent der Frauen schätzen den Nutzen der Mammografie positiver ein, als er tatsächlich ist. Foto: dpa
Die meisten Menschen schätzen die Möglichkeiten der Früherkennung von Brustkrebs und Prostatakarzinom zu positiv ein. Das zeigt eine Umfrage im „Journal of the National Cancer Institute“ (JNCI 2009; 101: 1216–20). Deutsche Männer und Frauen erwiesen sich als besonders schlecht informiert. Befragt wurden 10 200 Verbraucher in neun europäischen Ländern. Beleuchtet Häufig überschätzter Nutzen wurden das Wissen über Prävention und die Nutzung von Informationsquellen zu Gesundheitsfragen.

Laut Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung überschätzen 92 Prozent der befragten Frauen den Nutzen der Mammografie oder sie machten keine Angaben dazu. Er führt dies auf eine missverständliche Darstellung von Studien in den Medien zurück. Meist gehe es dort um die relative Risikoreduktion, nicht um den absoluten Nutzen. Eine häufige Aussage sei, dass die Mammografie das Brustkrebsrisiko um 20 Prozent reduziere. Die Bevölkerung schließe daraus, dass die Mammografie 200 von 1 000 Frauen das Leben rette. Tatsächlich werde aber die Mortalität lediglich von 5,0/1 000 auf 3,9/1 000 Frauen im Alter von 40 bis 74 Jahren gesenkt. rme
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