ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/20093 Fragen an ... Dr. med. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV

POLITIK

3 Fragen an ... Dr. med. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV

Dtsch Arztebl 2009; 106(34-35): A-1649 / B-1416 / C-1384

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Die großen Parteien bleiben im Wahlkampf mit ihren Aussagen zur Gesundheitspolitik eher vage. Was versprechen Sie sich vom ersten Deutschen Kassenärztetag?

Köhler: Eine zentrale Frage wird im Mittelpunkt stehen: Wohin will die Politik? Wir erwarten eine Standortbestimmung der Parteien. Es geht darum zu klären, von welchen Werten das Sozialversicherungssystem künftig getragen werden soll. Welche Rolle spielen Versorgungsgerechtigkeit und Versorgungssicherheit in der Zukunft? Welchen Stellenwert soll der Wettbewerb einnehmen?

Welche Weichen müssen nach der Wahl gestellt werden, damit der Arztberuf wieder an Attraktivität gewinnt?

Köhler: Der Leitgedanke aller gesetzgeberischen Maßnahmen muss der Schutz des freien Berufs sein. Die Überregulierung muss beendet werden. Die Übernahme ganzer Versorgungsbereiche durch gewinnorientierte Kapitalunternehmen muss gesetzlich verhindert werden. Der Tendenz zur „Medizin light“ müssen Konzepte für eine Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen und Vorgaben zu Behandlungspfaden entgegengesetzt werden. Der Wettbewerb im Gesundheitswesen braucht dringend eine Ordnung. Er sollte um Qualität und nicht vorrangig um Kosten geführt werden. Das Primat der Medizin darf nicht durch das Diktat der Ökonomie verdrängt werden.

Welche Rahmenbedingungen benötigt das KV-System, damit Ärzte die Körperschaften wieder als Interessenvertreter schätzen lernen?

Köhler: Die Politik hat uns immer stärker in unseren Handlungsmöglichkeiten eingeengt. Wir brauchen wieder Gestaltungsspielräume. Der Staat muss sich auf das Setzen der Rahmenbedingungen beschränken.
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