ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2009Wahlkampf: Schweigen der Lämmer
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Man kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass es bei der nächsten Bundestagswahl für viele Facharztpraxen um Sein oder Nichtsein geht. Die SPD hat mit ihrer Gesundheitspolitik in den vergangenen acht Jahren bereits erreicht, dass sich ein großer Teil nur noch durch Privathonorare und Selbstzahlerleistungen über Wasser halten kann. Behält die SPD nach der nächsten Wahl das Gesundheitsressort, ist die Einführung der „Bürgerversicherung“ mit De-facto-Abschaffung der Privathonorare und damit auch Wegfall der letzten Refinanzierungsressource fast sicher.

Besonders schäbig ist, dass die nach Ansicht von Prof. Lauterbach „überzähligen Facharztpraxen“ durch Umverteilung der Geldflüsse hin zu den MVZ und anderen Großversorgern in den Bankrott getrieben und so auf stillem Wege abgewickelt werden, obwohl sie bei fairen Voraussetzungen durchaus konkurrenzfähig wären . . . Und dann – man glaubt es kaum – fällt einem auch noch das DÄ mit einem Seite-eins-Kommentar in den Rücken und fordert das Schweigen der Lämmer, die zur Schlachtbank geführt werden. Mit zwei ziemlich schwachen Argumenten:

1. Der Patient sucht die Arztpraxis nicht auf, um politisch agitiert zu werden, sondern um medizinische Hilfe zu erhalten. – Die bekommt er ja auch nach wie vor, und die Plakate kann er lesen oder nicht lesen, mich darauf ansprechen oder auch nicht.

2. Es würde sowieso nichts nützen, da für den Patienten andere Aspekte als die Gesundheitspolitik bei der Wahlentscheidung wichtiger seien. – So what? Selbst wenn, was hätte man dann verloren, außer der Mühe, ein paar Plakate aufzuhängen und gegebenenfalls ein paar Minuten zu diskutieren . . .
Dr. med. Jürgen Horn, Krachbaumgasse 1–7, 35510 Butzbach
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