ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2009Hymenorrhaphie: Eine Täuschung
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Den Autorinnen und dem Institut für Biomedizinische Ethik sollen nur zwei Fragen gestellt werden:

1. Wollen wir hier in der EU eine Kultur medizinisch unterstützen, die die Moral und das weitere Schicksal einer Frau von einem intakten Hymen abhängig macht? Das ähnelt der Billigung von Ehrenmorden . . .

2. Mit keinem Wort – ich wiederhole – mit keinem Wort wird darauf hingewiesen, dass die Operation einen eklatanten Betrug an dem künftigen Ehemann darstellt. Es ist ein gigantisches Täuschungsmanöver mithilfe von Ärzten gleich am Beginn einer auf Lebenszeit geplanten Beziehung. Genauso gut könnte ein genetisches Labor ein falsches Vaterschaftsgutachten ausstellen, um völlig einseitig einen der Betroffenen vor psychologischen und sozialen Konsequenzen zu schützen.

Empathie für die betroffenen Frauen ist gut. Der Versuch einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise ist aufgrund der Parteilichkeit gescheitert . . .
Dr. med. Dirk Feike, Georgenstraße 55, 80799 München
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