ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2009Günter Dörner: Pionier der Entwicklungs-Neuroendokrinologie

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Günter Dörner: Pionier der Entwicklungs-Neuroendokrinologie

Dtsch Arztebl 2009; 106(34-35): A-1673 / B-1435 / C-1403

Plagemann, Andreas

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Günter DörnerFoto: privat
Günter Dörner
Foto: privat
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Günter Dörner vollendete am 13. Juli sein 80. Lebensjahr. Nach dem Medizinstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin (Charité) folgte eine Weiterbildung in Innerer Medizin sowie Gynäkologie, bevor Dörner 1957 an das renommierte Institut für Experimentelle Endokrinologie der Charité zurückkehrte, um unter Professor Hohlweg seine wissenschaftliche Laufbahn fortzusetzen. Der Habilitation im Jahre 1961 folgte die Professur für Experimentelle Endokrinologie und das Direktorat des Instituts für Experimentelle Endokrinologie, dem er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1997 als Lehrstuhlinhaber vorstand und zu internationaler Geltung verhalf.

Dörners Hauptleistung besteht in der Charakterisierung von Systemhormonen, Neurotransmittern und Zytokinen als umweltabhängige, funktionelle Organisatoren des Neuroendokrinoimmunsystems. Er schlug eine „Funktionelle Teratologie“ vor und leitete hieraus eine „Neuroendokrinoimmunprophylaxe“ ab. Damit gilt Dörner als Pionier der heute weltweit verfolgten Ansätze zu „developmental origins of health and disease“ und der perinatalen, epigenetischen Prägung von Krankheitsrisiken.

Neben seinem in mehr als 400 Publikationen dokumentierten wissenschaftlichen Werk war Dörner auch vielfältig wissenschaftspolitisch engagiert und erhielt zahlreiche Ehrungen, unter anderem die Ehrendoktorwürde der Teikyo-Universität Tokyo, Japan, sowie das Große Bundesverdienstkreuz. Bis heute engagiert er sich für die Weiterentwicklung und Umsetzung seiner Konzepte und Erkenntnisse. Prof. Dr. med. Andreas Plagemann
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