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LNSLNS Pseudoborreliose durch Homöopathika? – Bei implausiblen Borrelientitern kann die Frage nach der Therapie mit Homöopathika wegweisend sein, wie ein Fall aus der Deutschen Klinik für Diagnostik (Wiesbaden, Fachbereich Infektiologie) belegt. Eine 73-jährige Patientin hatte sich wegen des Verdachts auf therapieresistente Borreliose vorgestellt. Sie berichtete über wiederholte Zeckenstiche, eine protrahierte fünfmarkstückgroße Rötung der Glutealregion, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Die Borrelienserologie mit einem IgG-ELISA ergab 561 U/ml bei negativem IgM-Test und positivem IgG-Westernblot. Die Patientin wurde mit Doxycyclin zweimal 100 mg behandelt. Eine Titerkontrolle zeigte einen Anstieg auf 2 811 U/ml, das Blutbild und CRP waren normal. Bei der gleichzeitigen klinischen Untersuchung ergaben sich keinerlei Auffälligkeiten. Die nochmals abgenommene Borrelienserologie fiel mit 3 000 U/ml hochpositiv aus, der TPHA-Test negativ. Auf insistiertes Nachfragen nach Medikamenten gab die Patientin die Einnahme des Homöopathikums „Borrelia Nosode SDF“ an. Nach Angaben des Herstellers wird dieses Präparat aus Borreliakulturen gewonnen. Titeranstiege werden dabei durchaus beobachtet, klinische Studien zur Wirksamkeit liegen allerdings nicht vor. Ein Nachweis von Immunkomplexen oder Komplementerniedrigung war bis jetzt nicht zu führen. Die Gabe von Borrelienextrakt ist nicht evidenzbasiert. In den USA wurde ein Impfstoff gegen B. burgdorferi wegen des Verdachts auf Provokation einer Immunkomplexerkrankung vom Markt genommen. PD Dr. med. Jörg Niebel
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