MEDIZIN: Zur Fortbildung

Therapie des M. Crohn

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LNSLNS Basisziele
Multidisziplinäre Betreuung durch Hausarzt, Gastroenterologen, gegebenenfalls Chirurgen, Diätetik, Psychosomatik und Patientengruppe (zum Beispiel die Deutsche Crohn und Colitis Vereinigung [DCCV]). Bei chronisch-aktivem Verlauf Mitbetreuung durch Spezialisten. Regelmäßige Verlaufskontrollen, zeitliche Intervalle abhängig von klinischer Aktivität. Nikotinabstinenz.


Therapie des mäßig aktiven Schubes
5-Aminosalizylsäure (Mesalazin) oder Sulfasalazin 3-4 g/die oder Prednisolon 40-60 mg/die oral (oder andere Glukokortikoide in äquipotenter Dosis). Langsame Reduktion der Glukokortikoide (um etwa 5-10 mg/Woche) über 6-12 Wochen je nach klinischem Verlauf. Vor allem bei Kindern (Dünndarmbefall) alternativ enterale, bilanzierte Sondendiät. Bei ileocoekalem Befall Budesonid 9 mg/die oder mehr. Zusätzlich lokale Therapie bei distalem Kolonbefall mit 5-Aminosalizylsäuresuppositorien (1-1,5 g/die) oder -Klysmen (2-8 g/die) beziehungsweise Glukokortikoiden als Klysma oder Schaum (zum Beispiel Betametason, Hydrocortison-21acetat).


Therapie des schweren Schubes
Zunächst Versuch mit oralen Glukokortikoiden wie oben, bei fehlendem Ansprechen 100 mg/die Prednisolon i. v.. Bei septischen Komplikationen antibiotische Abdeckung. Bei Subileus/Ileus parenterale Ernährung. Experimentell (im Rahmen klinischer Studien): Ciclosporin 4 mg/kg Körpergewicht pro die i. v., IL-10, TNFAntikörper. Chirurgische Intervention bei Therapieresistenz.


Intervalltherapie in Remission und postoperativ
5-Aminosalizylsäure 2,4-4,5 g/die (möglichst im Anschluß an oder in Fortsetzung der Therapie während des akuten Schubes). Alternativ: Fischölpräparat mit Freisetzung im Dünndarm (in Deutschland noch nicht im Handel). Postoperativ: Metronidazol 800-1200 mg/die oder 5-Aminosalizylsäure 1,5-4,5 g/die. Ansonsten: fraglich Ausschlußdiät, bei Stenose ballaststoffarme Diät. Generell: Cave Vitamin B12-, Eisen- und Folsäuremangel.


Chronisch aktiver Verlauf
Azathioprin (1,5-2,5 mg/kg Körpergewicht pro die) oder 6-Mercaptopurin (1,5-2,5 mg Azathioprin/kg Körpergewicht pro die) oral. Bei Unverträglichkeit Methotrexat 25 mg/Woche i. m., eventuell bei günstigem Verlauf Umstellen auf oral. Meist zunächst Kombination mit niedrigdosierten Kortikosteroiden erforderlich, dann aktive Osteopenie-Prophylaxe mit Vitamin D 1000 I.E./die.


Komplikationen
Perianale Fisteln: Versuch mit Metronidazol 800-1200 mg/die, Fadendrainage, eventuell Operation. Interenterische oder enterokutane Fisteln: Resektion der Fistel mit dem fisteltragenden Darmsegment, eventuell Versuch mit immunsuppressiver Therapie, zum Beispiel Azathioprin 1,5-2,5 mg/kg Körpergewicht pro die. Abszeß: In der Regel chirurgisch, gegebenenfalls sonographisch oder CT-gesteuerte Drainage, Antibiotika. Stenosen: Falls endoskopisch erreichbar: Ballondilatation, gegebenenfalls Re-Stenoseprophylaxe mit Budesonid (6-9 mg/die) in Kombination mit Azathioprin.


Extraintestinale Manifestationen
Periphere Oligoarthritis: Sulfasalazin 2-4 g/die, möglichst keine nicht-steroidalen Antirheumatika (Schubauslösung?). Sakroileitis: physikalische Therapie. Pericholangitis, primär sklerosierende Cholangitis: Ursodeoxycholsäure 10-15 mg/kg Körpergewicht pro die oral. Erythema nodosum: Glukokortikoide. Pyoderma gangränosum: zusätzlich Ciclosporin i. v. (cave opportunistische Infektionen bei Immunsuppression).

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