ArchivDeutsches Ärzteblatt22/1997Therapie der Colitis ulcerosa

MEDIZIN: Zur Fortbildung

Therapie der Colitis ulcerosa

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LNSLNS Basisziele
Multidisziplinäre Betreuung wie bei M. Crohn. Bei chronisch aktivem Verlauf Mitbetreuung durch Spezialisten. Regelmäßige Verlaufskontrolle, zeitliche Intervalle abhängig von klinischer Aktivität.


Therapie des mäßig aktiven Schubes
Bei Linksseitenbefall (aboral der linken Flexur): Lokale Therapie mit 5-Aminosalizylsäure-Klysmen 4-8 g/die oder Suppositorien (nur Rektum) 1-1,5 g/die (beziehungsweise Glukokortikoide als Klysma oder Schaum, zum Beispiel Betamethason, Hydrocortison-21-acetat). Bei Pankolitis oder Befall proximal der linken Flexur: 5Aminosalizylsäure (Mesalazin, Olsalazin oder Sulfasalazin) 2,0-4,5 g/die oder Prednisolon 40-60 mg/die oral (beziehungsweise andere Glukokortikoide in äquipotenter Dosis). Langsame Reduktion der Glukokortikoide (um etwa 5-10 mg/Woche) über 6-12 Wochen je nach klinischem Verlauf. Budesonid scheint nach neueren Studien wenig sinnvoll. Zusätzliche lokale Therapie (wie oben).


Therapie des schweren Schubes
Zunächst Versuch mit oralen Glukokortikoiden wie oben, bei fehlendem Ansprechen 100 mg/die Prednisolon i. v. Bei septischen Komplikationen antibiotische Abdeckung. Bei Subileus/Ileus parenterale Ernährung. Bei beginnendem toxischen Megakolon (in enger Absprache mit dem Chirurgen): Ciclosporin 4 mg/kg Körpergewicht pro die i. v. (cave opportunistische Infektionen durch Immunsuppression). Experimentell (im Rahmen klinischer Studien): IL-10, Takrolimus, Heparin, Faktor XIII. Chirurgisches Konsil.


Intervalltherapie in Remission
5-Aminosalizylsäure 1,5-3 g/die oder Sulfasalazin 3 g/die. Keine spezifische Diät.


Chronisch aktiver Verlauf
Therapieversuch mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin 1-2,5 mg/kg Körpergewicht pro die oral. Experimentell (Studien): IL-10. Gegebenenfalls Kolektomie mit ileoanalem Pouch.


Therapierefraktäre Proktitis
Versuch mit kurzkettigen Fettsäuren peranal, eventuell Ciclosporin Klysma (beides nicht kommerziell erhältlich).


Extraintestinale Manifestationen
Siehe M. Crohn.

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