ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2009Trauerbewältigung: Internettherapie bei Verlust eines Kindes

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Trauerbewältigung: Internettherapie bei Verlust eines Kindes

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Nach dem Verlust eines ungeborenen Kindes benötigen viele betroffene Eltern Hilfe bei der Trauerbewältigung. Eine herkömmliche Psychotherapie sei jedoch immer noch mit einem gesellschaftlichen Makel behaftet, sagte Prof. Dr. Anette Kersting, Ärztin und Psychotherapeutin in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster. Aus diesem Grund entwickelte Kersting ein Onlineportal zur Trauerbewältigung. „Trotz der Kommunikation, die ausschließlich per E-Mail erfolgt, entwickelt sich eine intensive Beziehung zwischen Patient und Therapeut“, betont die Psychotherapeutin.

Die Behandlung bestehe aus zehn strukturierten Schreibaufgaben, die über fünf Wochen durchgeführt werden. Innerhalb eines Werktages erhalten die Patienten eine Rückmeldung auf ihren Essay und Instruktionen für die nächsten Aufgaben. Das Konzept gliedere sich in drei Module: In der ersten Phase der Selbstkonfrontation beschäftigen sich die Eltern in vier Texten detailliert mit dem Verlust, indem sie eine besondere Situation ausführlich beschreiben. In der zweiten Phase werden die Patienten aufgefordert, einen unterstützenden Brief an eine fiktive Freundin zu schreiben, die das Gleiche erlebt hat. Die dritte Behandlungsphase zielt schließlich darauf ab, das soziale Netzwerk zu reaktivieren und in die Situation der Eltern einzubeziehen. Bisher nahmen 54 Patienten erfolgreich an der Behandlung teil. Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Projekt bis 2011 mit 65 000 Euro pro Jahr. Dadurch können die betroffenen Eltern die Onlinetherapie weiter kostenlos in Anspruch nehmen. nd
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