ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2009Intimchirurgie: Körperverletzung
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LNSLNS Nach 30 Jahren Sexualpädagogik ist das Wissen um die Klitoris und weibliches Begehren erschreckend gering. Informationen werden unvollständig oder in unangemessener Weise vermittelt, sodass viele Mädchen und Frauen kein zutreffendes Wissen über ihre Genitalien und ihre Lust haben. Auf dieser Basis ist nachvollziehbar, dass Schönheitsnormen die Vorstellung von der Vagina prägen und Wünsche nach chirurgischen Eingriffen hervorrufen können . . . Für den wirklichen Skandal halte ich, dass Ärztinnen und Ärzte tatsächlich operative Eingriffe vornehmen. Warum sollten „größere“ Labien hinderlich sein? Welchen Mann stören schon seine Hoden beim Rad fahren? Zudem kann in Österreich zu Eingriffen, die eine Verstümmelung oder Verletzung der Genitalien bedeuten, nicht eingewilligt werden. Sie sind eine Körperverletzung . . . Es gäbe also durchaus Handhaben, diese genitalen Eingriffe zu unterbinden.
Mag.a Sylvia Groth MAS, Frauengesundheitszentrum, Joanneumring 3, A-8010 Graz
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Frauenärzte am Potsdamer Platz
am Samstag, 2. Juni 2012, 15:29

Schamlippenoperationen zu Unrecht verteufelt


Auch in unserer Praxis ist die Zahl der Frauen mit dem Wunsch einer Schamlippenkorrektur in den letzten 6 Jahren sprunghaft angestiegen, von ca. 10/Jahr 2007 auf ca. 250 ambulante Labienresektionen im Jahr 2011.
Bei allen operierten Patientinnen traten Probleme beim Sport, beim längeren Gehen, beim Tragen bestimmter Bekleidungsstücke und im Sexualleben auf.
In allen Fällen war der Wunsch zur Operation aufgrund der geschilderten Beschwerden nachvollziehbar.
Ernste Komplikationen, die zu Spätfolgen ( Gefühlsstörungen, Narbenbildungen ) führten, traten bei unserer Op-Technik und -Methode in den letzten 6 Jahren nicht auf. Fast ausnahmslos führte die Operation bei den Patientinnen zu einer deutlichen Verbesserung des körperlichen und seelischen Befindens.

Erstaunlich ist, dass im Hinblich auf eine Verkleinerung der Schamlippen immer wieder „warnende Stimmen“ von Gynäkologen und psychotherapeutisch Tätigen auftreten, die offensichtlich über relativ wenig eigene operative Erfahrungen auf dem Gebiet der Intimchirurgie besitzen.

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