ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2009Versorgung von Frühgeborenen: Mindestmenge wird nicht angehoben

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Versorgung von Frühgeborenen: Mindestmenge wird nicht angehoben

Rabbata, Samir

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LNSLNS Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Mindestmengen für die Versorgung von Frühgeborenen beschlossen. Allerdings bringt die Neuregelung kaum Änderungen zur bisherigen Verfahrensweise. Weil sich Krankenkassen und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) im Ausschuss auf keine neue Mindestzahl von Behandlungen einigen konnten – wegen der anstehenden Pflegesatzverhandlungen aber ein entsprechender Beschluss gefasst werden musste –, wurde lediglich formal eine Mindestmenge beschlossen. So rechnete der G-BA die bisherige Regelung, wonach Krankenhäuser nur dann Früh- und Neugeborene versorgen dürfen, wenn sie mindestens eine Behandlung im Monat nachweisen können, in eine Mindestmenge von 14 Fällen im Jahr um. Die Krankenkassen hatten eine Mindestmenge von 50 Behandlungen im Jahr gefordert.

Entsprechend enttäuscht zeigte sich die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer. DKG-Geschäftsführer Georg Baum verteidigte hingegen den Beschluss. Schon die bisherige Regelung habe die Zahl der leistungsberechtigten Häuser von 450 im Jahr 2005 auf knapp 200 sinken lassen.

Auch die Bundesärztekammer hatte sich gegen die Einführung von Mindestmengen in der Frühgeborenenversorgung ausgesprochen. Als „Irrweg“ hatte der Vorsitzende der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer und Berliner Kammerpräsident, Dr. med. Günther Jonitz, eine solche Regelung bezeichnet. SR
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