ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2009Asthma bei Kindern: Optionen für eine gute Kontrolle

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Asthma bei Kindern: Optionen für eine gute Kontrolle

Dtsch Arztebl 2009; 106(37): A-1807

Vetter, Christine

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LNSLNS Stellenwert des Leukotrienantagonisten Montekulast in der Versorgungsleitlinie Asthma

Die klinische Wirksamkeit des Leukotrienantagonisten Montelukast bei der Asthmatherapie von Kindern und Jugendlichen wird oft noch unterschätzt. Der Wirkstoff hat aber eine klare therapeutische Bedeutung in der Stufe zwei, wo er in der aktualisierten Nationalen Versorgungsleitlinie Asthma als einzige Alternative zu einem inhalativen Steroid (ICS) als indiziert genannt wird. In Stufe drei und vier ist Montelukast nach Angaben von Prof. Dr. med. Dietrich Berdel (Wesel) ein wichtiger Kombinationspartner: „Der Wirkstoff bessert signifikant die Asthmakontrolle und trägt dazu bei, Steroide einzusparen.“ Berdel wies dort ferner darauf hin, dass der Leukotrienantagonist ein besseres Sicherheitsprofil aufweist als die lang wirk-samen Betaagonisten (LABAs). Diese seien zwar ebenfalls klinisch gut wirksam und damit potenzielle Kombinationspartner, jedoch mit einem deutlich höheren Nebenwirkungsrisiko behaftet.

Bei der Asthmatherapie hat sich laut Berdel jüngst ein Paradigmenwechsel vollzogen, wobei inzwischen die Asthmakontrolle bei der Therapiesteuerung entscheidend ist, während die Schweregrade-Einteilung nur noch eine nachgeordnete Rolle spielt. Unterschieden werde das kontrollierte, das teilweise kontrollierte und das unkontrollierte Asthma. Anders als bei den Erwachsenen werde für ein kontrolliertes Asthma bei Kindern und Jugendlichen gefordert, dass tagsüber keine Beschwerden mehr aufträten, dass das Kind nachts nicht infolge asthmatischer Beschwerden aufwache, eine Notfallmedikation nicht erforderlich werde und keine Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten bestehe. „Wir haben den Korb damit bei Kindern etwas höher gehängt als bei Erwachsenen“, erklärte Berdel in Düsseldorf.

Dass Montekulast therapeutische Bedeutung beim Asthma hat, belegen die von ihm vorgestellten Daten. Demnach ist die Zahl der Tage ohne Rescue-Medikation bei Kindern, die 5 mg Montelukast erhalten, ebenso hoch wie bei Kindern, die mit 200 µg Fluticason behandelt werden. Ein Review der vorliegenden Studienergebnisse zeige zudem eine signifikante Verbesserung der Asthmakontrolle bei der Kombination mit einem niedrig dosierten Steroid.

Ein solches Therapieregime ist entsprechend der Versorgungsleitlinie Asthma in der Stufe drei indiziert. In der Stufe vier wird die ICS-Dosierung erhöht auf mittlere bis sogar hohe Wirkstoffdosen und, wenn das nicht ausreicht, zusätzlich ein lang wirksames Betamimetikum verabreicht. Doch was sei, so Berdel, eine niedrige, mittlere oder hohe Steroiddosis? Die Antwort fällt nach seinen Worten bei Kindern pragmatisch aus: 400 µg Beclometason, 400 µg Budesonid und 200 µg Fluticason gelten als mittlere Dosis.

Lasse sich eine Asthmakontrolle mit den ICS auch in Kombination mit Montekulast und einem LABA nicht erwirken, so sei mit einem systemischen Steroid zu behandeln; eine Therapieentscheidung, bei der man sich wegen der zu erwartenden Wachstumshemmung bei Kindern und Jugendlichen allerdings schwer tue, meint Berdel.
Christine Vetter
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