ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2009Notfallversorgung: Telemetrie bei Verdacht auf Herzinfarkt

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Notfallversorgung: Telemetrie bei Verdacht auf Herzinfarkt

EB

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LNSLNS Ein neues Modell verbessert die Notfallversorgung bei Verdacht auf akuten Herzinfarkt in Niedersachsen. Entwickelt hat es Prof. Dr. med. Karl Heinrich Scholz, Kardiologe am Sankt-Bernward-Krankenhaus in Hildesheim, für das „Herzinfarktnetz Hildesheim-Leinebergland“. Ihm ist es gelungen, die Zeitspanne zwischen dem ersten Kontakt des Infarktpatienten mit dem Rettungssystem und der Behandlung des verschlossenen Herzkranzgefäßes im Herzkatheterlabor um durchschnittlich mehr als 50 Minuten zu senken. Das Konzept beruht auf dem Einsatz telemetrischer Verfahren, das heißt der Datenübertragung per Funk. Der Rettungsdienst in Hildesheim führt ein 12-Kanal-Funk-EKG mit sich. Vom Einsatzort aus werden die Daten direkt ins Krankenhaus übertragen und ausgewertet, bevor der Patient eintrifft. Zeigen die Daten einen Herzinfarkt an, stimmen sich der Notarzt und der Arzt in der Intensivstation telefonisch darüber ab, und der Patient wird unter Umgehung der Notaufnahme im Krankenhaus direkt in das Katheterlabor gebracht. Die Behandlungszeiten werden systematisch erfasst und die Ergebnisse quartalsweise an alle an der Infarktbehandlung beteiligten Systeme und Personen in gemeinsamen Veranstaltungen rückgekoppelt.

Durch dieses Verfahren konnte in Hildesheim die Sterblichkeit von neun auf sieben Prozent gesenkt werden. Das bedeutet: Die Überlebenschancen von Herzinfarktpatienten sind deutlich gestiegen. Seit Oktober 2007 werde in einem bundesweiten Projekt geprüft, ob mit diesem Konzept auch an anderen Kliniken eine ähnliche Verkürzung der Behandlungszeiten möglich sei und ob dadurch die Überlebensrate der Patienten verbessert werden könne, berichtete Scholz. EB
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