ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2009Gesundheitskarte: Im Dienste der Therapiesicherheit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Herrn Stachwitz ist für seine klaren und kritischen Worte sehr zu danken. In der Tat ist der nach wie vor anhaltende dumpfe, grundsätzliche Widerstand eines Teils der deutschen Ärzteschaft gegen die Einführung der E-Card sachlich nicht mehr zu rechtfertigen. Selbstverständlich müssen die relevanten datenschutzrechtlichen und praxisorganisatorischen Aspekte geprüft und optimiert werden, und es müssen die nötigen Pilotprojekte zur Praxistauglichkeit durchgeführt und die Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen werden. Dann aber werden wir mit der E-Card ein innerhalb der EU-Mitgliedstaaten ein innovatives und faszinierendes Werkzeug zur Verfügung haben, um endlich das anzupacken, was im Interesse unserer Patienten längst hätte getan werden müssen: Die breitflächige Verbesserung der Arzneitherapiesicherheit in unserem Land. Der gemeinsam vom Bundesministerium für Gesundheit und der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft entwickelte und von der Bundesregierung verabschiedete „Aktionsplan zur Verbesserung der Arznei­mittel­therapie­sicherheit AMTS in Deutschland“ hat dies zum Ziel. Der adäquate Einsatz der E-Card spielt darin in verschiedenen Einzelmaßnahmen eine entscheidende Rolle. Wir brauchen uns nicht darüber zu streiten, ob wir nun jährlich 14 000 oder 30 000 oder mehr Arzneimitteltote und ein Vielfaches an Arzneimittelschäden in diesem Land zu beklagen haben – jeder Arzneimitteltod, der durch rechtzeitige Anwendung des Wissens, das im Prinzip existiert, aber bei der schädigenden Verordnung aus welchen Gründen auch immer nicht zum Einsatz kam, ist einer zu viel. Eine E-Card, auf der künftig die für eine sichere Arzneitherapie relevanten Daten gespeichert sind, wird aller Wahrscheinlichkeit nach helfen, unsere Therapie sicherer zu machen – und welcher Arzt könnte sich einer solchen, von der Ärzteschaft selbst verantworteten Optimierung unserer therapeutischen Praxis ernsthaft verweigern?
Prof. Dr. med. Bruno Müller-Oerlinghausen, Bartningallee 11–13, 10557 Berlin
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige