ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2009Honorarreform: Keine heile Welt
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Die Überschriften suggerieren eine heile Welt: Zwei Drittel zählen zu den Gewinnern, freie Leistungen nehmen zu und Gewinner auch in Bayern. Die Welt von Fachärzten, die täglich Patienten behandeln, ist aber eine andere . . . So erhält ein niedergelassener Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten 19,47 Euro für die Behandlung eines Patienten im gesamten ersten Quartal 2009. Aus diesen Einnahmen muss er alle Kosten bestreiten. Selbst bei zehn Prozent Zuwachs, das sind 1,95 Euro, muss die Frage erlaubt sein, ob mit 21,42 Euro die adäquate Behandlung eines Patienten während eines ganzen Vierteljahres möglich ist. Bemerkenswert: Die RLV für das zweite und dritte Quartal 2009 sind insgesamt deutlich abgesenkt worden. Die Konvergenz regelt gilt übrigens nur für das erste Quartal 2009. Der Vorsitzende der KVB, Axel Munte, verkündet auf Pressekonferenzen ein Honorarplus für Bayern. Das hat in den Medien Überschriften wie „Ärztehonorare: Alles halb so schlimm“ provoziert. Nur die betroffenen Ärzte haben bis heute keine Honorarbescheide erhalten. Auch ein überdeutlicher Hinweis auf die Überbürokratisierung dieses Systems. Kein Wort zu den existenzgefährdenden, niedrigen absoluten Summen für die Behandlung des einzelnen Patienten (beispielsweise 16 Euro bei Augenärzten). Stattdessen eine Belehrung, Ärzte müssten zwischen Dagobert Duck und Albert Schweitzer unterscheiden . . .
Dr. med. Dolf Hufnagl, Facharztverein Rosenheim e.V., Münchener Straße 27, 83022 Rosenheim
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