ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2009Andreas Petri: Erzwungener Rücktritt

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Andreas Petri: Erzwungener Rücktritt

Rieser, Sabine

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Andreas Petri Foto: Jardai/modusphoto.com
Andreas Petri Foto: Jardai/modusphoto.com
Kollegen, die mit einer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) kooperieren, sind im Deutschen Hausärz-teverband (HÄV) nicht mehr wohlgelitten. Das bekam jetzt Andreas Petri zu spü-ren, Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt und zweiter Stellvertreter auf Bundesebene. Von diesem Amt trat er wegen Meinungsverschiedenheiten nun zurück.

In Sachsen-Anhalt hat sein Landesverband gemeinsam mit der KV die Add-on-Verträge, also ergänzende Vereinbarungen zur hausärztlichen Versorgung, mit AOK und IKK verlängert. Der HÄV-Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt bezeichnete sie als „in Inhalt und Vergütung einfach untragbar“.

Petri findet das aktuelle Zusatzhonorar ebenfalls unbefriedigend. Doch er verweist darauf, dass das Schiedsamt das letzte Wort hatte und sich die finanziellen Vorstellungen der Hausärzte vermutlich auch deshalb nicht durchsetzen ließen, weil sich ihre regulären Einnahmen aufgrund der Honorarreform im ersten Quartal um 26 Prozent erhöhten.

Doch darum allein geht es nicht: „Der Bundesverband hat die Parole ausgegeben, dass nur noch Bereinigungsverträge unter Schwächung der KV abgeschlossen werden“, sagt Petri. Wer einen anderen Weg geht, ob aus Pragmatismus oder aus Überzeugung, macht sich unbeliebt.

So wie Petri. Er hatte bereits 2007 gefordert, den Regionen Freiräume zu lassen: „Der Bundesverband ist für die Landesverbände da, nicht umgekehrt.“ Das sieht der HÄV offenbar anders.
Sabine Rieser
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