ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2009Hans Schadewaldt †: Nestor der Medizingeschichte

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Hans Schadewaldt †: Nestor der Medizingeschichte

Jütte, Robert

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Hans Schadewaldt Foto: Archiv
Hans Schadewaldt Foto: Archiv
Man könnte ihn als Nestor der deutschen Medizingeschichte nach 1945 bezeichnen. Doch er war auch so etwas wie ein Urgestein, urwüchsig und grandios zugleich, das dem Gesprächspartner schon durch seine äußere Erscheinung (ob nun in weißer Marineuniform oder im weißen Kittel, den er auch als Medizinhistoriker gerne trug) eine Vorstellung von der ganzen Weite der Medizingeschichte vermittelte.

Am 21. August starb im Alter von 86 Jahren der langjährige Lehrstuhlinhaber für das Fach Medizingeschichte, Prof. Dr. med. Dr. h. c. Hans Schadewaldt. Fast sein ganzes berufliches Leben war er mit der Universität Düsseldorf verbunden, wo er bereits 1963 als außerplanmäßiger Professor mit der Lehre begann. Seine breitgefächerten Forschungsinteressen galten Kunst und Medizin, Schiffs- und Tropenmedizin, Krankenhauswesen und Seuchen. Einige seiner Bücher wurden Standardwerke, so zum Beispiel seine „Geschichte des Diabetes mellitus“. Auch ein Werk zur Geschichte des Hartmannbundes stammt aus seiner Feder.

Bis ins hohe Alter war er in zahlreichen (Ehren-)Ämtern aktiv. Über viele Jahre war er Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Im Laufe seines langen Gelehrtenlebens wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil, darunter die Karl-Sudhoff-Medaille für hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Geschichte der Medizin, der Naturwissenschaften oder der Technik. Als jemand, der im Zweiten Weltkrieg in der Kriegsmarine diente, lagen ihm später die Völkerverständigung und der Wissenschaftleraustausch – insbesondere mit Polen – am Herzen. Prof. Dr. phil. Robert Jütte
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