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Wie filmische Lichtgestaltung die Wahrnehmung des Zuschauers prägt.

Tagtäglich einer unübersehbaren Flut bewegter Bilder ausgesetzt, hält man deren Inszenierung für selbstverständlich, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, dass einem hier das Ergebnis organisierter Anstrengungen begegnet. Stets ist das Produkt ein im weitesten Sinne artifizielles Gebilde, indessen sämtliche mit seiner Herstellung befassten Köpfe in aller Regel größte Mühe darauf verwenden, ihr Erzeugnis zumindest in visueller Hinsicht als ganz und gar „natürlich“ erscheinen zu lassen. Von diesem Punkt ausgehend, zeigt Richard Blank in seiner Studie „Film & Licht“, in welch hohem Maß die filmische Lichtgestaltung die Wahrnehmung des Zuschauers prägt. Sein Interesse richtet sich im Allgemeinen auf den Bildinhalt. Die lichttechnische Konstruktion des jeweiligen Bildes hingegen bleibt unbeachtet, obgleich sich im Einsatz unterschiedlicher Beleuchtungstechniken ebenso unterschiedliche Vorstellungen dessen niederschlagen, was im Bild als Realität erscheint. Nichts ist in diesen Dingen selbstverständlicht. In eine stets angenehm einfache Sprache gefasst, konzentriert sich Blank auf die Sache selbst. Anhand ausgewählter Filme – die 44 besprochenen Sequenzen findet man auf einer dem Buch beigefügten DVD – erläutert er die entsprechend angewandten Lichtkonzepte und die daraus resultierenden ästhetischen Wirkungen. Was Blank gelingt, ist nichts weniger als eine der unmittelbaren Praxis des Films verpflichtete Aufklärung im besten Sinn des Wortes. Stets vermag er zu erhellen, was den Betrachter im Bild vor Augen gerät, und steckt solcherart jedem Leser nichts weniger als Glanzlichter auf. Man sieht nur, was man weiß, heißt es im Allgemeinen – in der Tat. Richard Blank: Film & Licht – mit DVD, Alexander-Verlag Berlin, 2009, 34,90 Euro
Rolf Michael Weiss
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