ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2009Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Schuchart, Sabine

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Foto: Concorde Filmverleih
Foto: Concorde Filmverleih
Gleich mehrere Biografien liefern den Stoff für spannende Zeitporträts. Das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Biografie
Ab 24. September:
Wüstenblume
Die in Deutschland lebende Amerikanerin Sherry Hormann inszenierte den gleichnamigen Bestseller: Als die junge Somalierin Waris Dirie beim Putzen in einem Londoner Restaurant von Starfotograf Terry Donaldson entdeckt wird, feiert die Modewelt ein neues Topmodel. Doch hinter der glamourösen Fassade verbirgt sich ein bewegendes Schicksal. In einer Nomadenfamilie aufgewachsen, wird sie wie jedes Mädchen ihrer Kultur beschnitten. Mit 13 Jahren flüchtet sie nach Mogadischu, um nicht mit einem alten Mann verheiratet zu werden. Später findet sie Schutz in der somalischen Botschaft in London, wo sie jahrelang nicht das Haus verlassen kann.
Deutschl./Öst./Frank. 2009, 120 Minuten

Ab 24. September:
Vision – Hildegard von Bingen
Ihre Kräuter- und Heilkunde ist heute populärer denn je. Auf ihren Rat hörte Kaiser Friedrich Barbarossa, ihre Visionen wurden von Papst Eugen III. anerkannt. Hildegard von Bingen (1098–1179) gehört zu den faszinierendsten Frauenfiguren des Mittelalters. Trotz großer Widerstände innerhalb der Kirche hatte die Benediktinerin den Mut, ein nur von Frauen bewirtschaftetes Kloster zu gründen. Margarethe von Trotta verfilmte das Leben dieser außergewöhnlich begabten und mutigen Frau. Die Besetzung ist hochkarätig: Barbara Sukowa als Hildegard von Bingen, Heino Ferch als Mönch Volmar, Hannah Herzsprung als Novizin Richardis und Sunnyi Melles (Bild) als deren Mutter.
Deutschland 2009, 111 Min., FSK: 12

Drama
Ab 17. September:
Die Frau des Zeitreisenden
Drei Jahre lang wollten Filmemacher den gleichnamigen Roman von Audrey Niffenegger auf die Leinwand bringen. Doch erst jetzt ist das Projekt gelungen. Nachdem Stephen Frears und Gus Van Sant als Regisseure im Gespräch waren, erhielt der Thüringer Robert Schwentke den begehrten Auftrag. Keine leichte Aufgabe, denn die Handlung dieser Geschichte ist ziemlich kompliziert. Im Mittelpunkt steht ein Mann (Eric Bana), der ein Gen besitzt, das ihn völlig überraschend in die Vergangenheit oder Zukunft schickt. Bei diesen Zeitreisen landet er immer wieder bei seiner Herzensdame (Rachel McAdams): Mal ist sie ein kleines Mädchen, mal seine Frau. Jede Trennung stellt die Liebe der beiden auf eine harte Probe.
USA 2009, 107 Minuten

Ab 8. Oktober:
Die Kinder der Seidenstraße
Nanking, Ostchina, 1937: Dem jungen britischen Fotoreporter George Hogg (Jonathan Rhys Meyers) soll der Prozess gemacht werden, nachdem er die Massaker der japanischen Besatzer dokumentiert hat. Auf der Flucht lernt er US-Krankenschwester Lee Pearson (Radha Mitchell) und Partisanenkämpfer Jack Chen (Chow Yun-Fat) kennen. Gemeinsam retten sie 60 Waisenjungen vor den Besatzern, indem sie mit ihnen 500 Meilen nach Westen bis zur Wüste Gobi fliehen – eine auf Fakten beruhende Geschichte voller Dramatik.
Austr./China u. a. 2008, 118 Min., FSK: 12

Ab 8. Oktober:
Unter Bauern – Retter in der Nacht
1969 erschien die Autobiografie „Retter in der Nacht“, in dem die 1912 geborene Marga Spiegel schildert, wie mutige Bauern im Münsterland sie und ihre Familie zwei Jahre lang vor den Nazis versteckten. Die Tante des Expräsidenten des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, flüchtete 1943 mit Mann und Tochter vor der Deportation. Die beiden Frauen kommen auf dem Bauernhof eines Freundes unter und leben dort unter falscher Identität. Margas Mann Menne versteckt sich, getrennt von ihnen, auf Dachböden. Zwei lange Jahre dauert das für alle Beteiligten lebensgefährliche Unterfangen. Veronica Ferres und Armin Rohde spielen die Hauptrollen in dem spannenden Zeitporträt.
Deutschl./Frank. 2009, 100 Min., FSK: 12
Sabine Schuchart

Foto: Komplett-Media
Foto: Komplett-Media
DVD-Tipp: Ein Streifzug durch die Kunstgeschichte
Etwa zwei Dutzend große Maler waren für die abendländische Kunstgeschichte der letzten 700 Jahre wegweisend. So lautet die These des jungen Kunsthistorikers Tim Marlow, der diese 25 Künstler mit ihren wegweisenden Werken vorstellt. Leonardo, Michelangelo und Raffael waren die ersten, die zu ihrer Zeit internationalen Ruhm erlangten. Doch als ihren „Vater“ sah sie den 1267 in der Toskana geborenen Giotto an, mit dem die Serie startet. Über Rubens und Rembrandt, Goya und Turner bis hin zu Delacroix, Rodin und van Gogh setzen sich die jeweils 23-minütigen Kurzporträts fort – ein schöner Einstieg zu den Künstlern.
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