ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2009Anforderung und Bewertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen – Teil 5 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen: Stationäres Aufnahmescreening
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Artikel spricht sich gegen ein Laborscreening zur Suche nach Erkrankungen aus, was viele Patienten vital gefährden dürfte. Zum stationären Aufnahmescreening habe ich zwei Anmerkungen:

- Bei unbekannten Patienten gilt es, zu Beginn einer verantwortlichen ärztlichen Behandlung schnell ernsthafte Begleiterkrankungen auszuschließen. Bautsch berichtet zunächst korrekt, dass ein einzelner positiver Laborwert einen sicheren Krankheitsnachweis nicht gestattet. Unzulässigerweise wird hieraus jedoch gefolgert, dass ein Laborscreening („Laborlatte“) unzulässig sei. Dies wird mit einer eindimensionalen Betrachtungsweise (Rückschluss von Laborwert x auf Krankheit y) begründet. Jeder verantwortliche Arzt wird auffällige Laborwerte mit weiteren laborchemischen und klinischen Parametern korrelieren, sodass das zitierte eindimensionale Modell nicht greift. Im Gegenteil wäre zu fordern, dass computerassistiert Diagnostik-Kaskaden vorgeschlagen werden, um schnell zu möglichst sicheren Diagnosen zu kommen. Wenn man sich die Tätigkeitsberichte der Gutachterkommissionen von Arzthaftungsprozessen durchliest, so sind meist zu knapp und zu spät durchgeführte diagnostische Untersuchungen für den Patienten tödlich.

- Ferner wäre bei mindestens 70 Jahre alten Patienten ein CT-Screening von Gehirn, Thorax und Abdomen zu befürworten, um morphologisch fassbare, gefährliche Erkrankungen (zum Beispiel Tumoren, Aneurysmen) auszuschließen. Die in Deutschland endemische, selektive Strahlenphobie (Strahlung aus Atomkraftwerken und Medizin kritikwürdig/Strahlung aus Kohlekraftwerken und in Zigarettenrauch wird unterschlagen) lässt eine sachliche Diskussion nicht zu. Durch Herunter - extrapolation der Hiroshima-Strahlentotenanzahl wird suggeriert, dass durch Röntgenstrahlenexposition jährlich viele Tote generiert würden. Die natürliche Strahlenexposition der Gesamtbevölkerung (inklusive Schwangerer und Kleinkinder) in einigen Landesteilen des Iran beträgt 200 mSv ohne nachgewiesene erhöhte Todesraten oder Krebsinzidenzen, was gerne verschwiegen wird und einer ganzen Reihe von CT-Untersuchungen entspricht.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0637a

PD Dr. med. Ernst Eising
Elper Weg 66
45657 Recklinghausen
E-Mail: e-g-e@web.de
1.
Bautsch W: Requirements and assessment of laboratory tests—part 5 of a series on evaluation of scientific publications [Anforderungen und Bewertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 403–6. VOLLTEXT
1. Bautsch W: Requirements and assessment of laboratory tests—part 5 of a series on evaluation of scientific publications [Anforderungen und Bewertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106: 403–6. VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.