ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2009Arzneimittel: Ausgaben steigen um mehr als fünf Prozent

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Arzneimittel: Ausgaben steigen um mehr als fünf Prozent

Dtsch Arztebl 2009; 106(39): A-1860 / B-1596 / C-1564

Meißner, Marc

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LNSLNS Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) haben sich 2008 auf 29,2 Milliarden Euro erhöht. Dies entspricht einer Steigerung von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie dem „Arzneimittel-Report 2009“ zu entnehmen ist. „Inzwischen werden fünf Milliarden Euro mehr für Arzneimittel als für die ärztliche Behandlung ausgegeben“, stellte Ulrich Schwabe, Herausgeber des Reports, fest. Der Anteil an den Gesamtausgaben der GKV liege mittlerweile bei 18,2 Prozent. Während die Steigerung 2007 zu einem großen Teil auf die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes zurückging, verursachten im letzten Jahr nur wenige kostenintensive Arzneimittelgruppen 65 Prozent der Mehrausgaben. Angiotensinhemmer, Antidiabetika sowie Immun- und Tumortherapeutika ließen die Kosten um 1,4 Milliarden Euro steigen.

Es sei weiterhin ein großes Einsparpotenzial vorhanden, betonte Dieter Paffrath, Vorstandsvorsitzender der AOK Schleswig-Holstein und Mitherausgeber des Reports. „Ohne Einbußen bei der Versorgungsqualität könnten rund 3,4 Mil-liarden Euro gespart werden, wenn konsequent preiswerte Generika verordnet sowie auf teure patentgeschützte Analogpräparate und Arzneimittel mit umstrittener Wirkung verzichtet würde.“

Auf Medikamente entfallen mittlerweile mehr als 18 Prozent der Krankenkassenausgaben. Foto: Keystone
Auf Medikamente entfallen mittlerweile mehr als 18 Prozent der Krankenkassenausgaben. Foto: Keystone
Schwabe forderte dazu eine zeitgemäße Gesetzgebung. Die Preise für Generika und innovative Arzneimittel sollten international verglichen werden. „Deutschland hat den größten Arzneimittelmarkt in Europa. Trotzdem müssen wir weiterhin mehr zahlen als unsere Nachbarländer.“ Patentgeschützte Präparate hätten keine Preisgrenzen, obwohl seit mehr als zwei Jahren Höchstbeträge möglich seien. mei
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