ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2009BMVZ-Jahreskongress: Stimmung ist pessimistisch

AKTUELL

BMVZ-Jahreskongress: Stimmung ist pessimistisch

Meißner, Marc

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Vielen Medizinischen Versorgungszentren macht die Honorarreform Sorgen. Foto: Paracelsus-Klinik Schöneck
Vielen Medizinischen Versorgungszentren macht die Honorarreform Sorgen. Foto: Paracelsus-Klinik Schöneck
Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) steigt, aber jedes dritte MVZ beurteilt die Zukunft negativer als im letzten Jahr. Nur jedes Fünfte geht von einer positiven Entwicklung aus. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Bundesverbandes Medizinische Versorgungszentren – Gesundheitszentren – Integrierte Versorgung (BMVZ), die anlässlich des 3. Jahreskongresses vorgestellt wurde.

Vier von fünf MVZ rechnen mit finanziellen Problemen infolge von Änderungen an der Honorarverteilung. Grund hierfür ist nach Meinung von Dr. med. Bernd Köppl, dem Vorstandsvorsitzenden des BMVZ, die Umstellung der Fallzahlberechnung bei den Regelleistungsvolumina (RLV). Seit April können nicht mehr Arztfälle, sondern nur noch Behandlungsfälle abgerechnet werden. Egal wie viele Fachärzte im MVZ einen Patienten behandeln, abgerechnet werden kann nur noch ein Behandlungsfall. Zum Ausgleich wird das RLV von fach- und schwerpunktübergreifenden Einrichtungen um je fünf Prozent pro Arztgruppe, maximal jedoch um 40 Prozent erhöht.

„Die Regelung benachteiligt Ärzte, die viel kooperieren, und begünstigt Gemeinschaften, die nicht zusammenarbeiten“, kritisierte Frank Welz, Geschäftsführer der Med-Concept GmbH. Medizinische Versorgungszentren, in denen die Fachgruppen intensiv zusammenarbeiten, verlieren seiner Einschätzung nach mehr Arztfälle, als die Pauschale ausgleicht. „Bei eng kooperierenden MVZ kann es zu existenzbedrohenden Honorareinbußen kommen“, warnte Welz.

Marion Caspers-Merk (SPD), parlamentarische Staatssekretärin im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, sagte, dass MVZ als Baustein der Versorgung ihre volle Unterstützung hätten. Ende September soll der Bewertungsausschuss darüber beraten, ob die Fallregelung über 2009 hinaus bestehen bleibt. mei
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema