ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2009Blutbanken: Blutkonserven sicher filtrieren

TECHNIK

Blutbanken: Blutkonserven sicher filtrieren

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
24 Blutkonserven haben gleichzeitig an einer Blutfiltrieranlage Platz. Foto: Fraunhofe- IPA
24 Blutkonserven haben gleichzeitig an einer Blutfiltrieranlage Platz. Foto: Fraunhofe- IPA
Seit 2001 müssen Mitarbeiter von Blutbanken alle Blutkonserven filtrieren, um die weißen Blutkörperchen zu entfernen, denn für Empfänger einer Bluttransfusion können weiße Blutkörperchen negative Folgen haben: Sie lösen gelegentlich eine Immunantwort aus. Außerdem können auf weißen Blutkörperchen oft Krankheitserreger haften, die den Patienten infizieren könnten.

Eine Filtration senkt die Anzahl der weißen Blutkörperchen im Spenderblut auf ein Minimum. Benutzt werden dafür sterile Blutbeutelsysteme, in die alle benötigten Beutel, Filter und Schläuche integriert sind. Die Schwerkraft sorgt dafür, dass das Blut durch den Filter vom oberen in den unteren Beutel fließt. Die Filter bestehen aus einem Flies von komprimierten Fasern mit unterschiedlicher Porengröße. Die weißen Blutkörperchen haften aufgrund ihrer Größe und ihrer Wechselwirkung mit dem Fasermaterial am Filter und werden so dem Blut entzogen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (www.ipa.fraunhofer.de) in Stuttgart haben zusammen mit der Blutzentrale Stuttgart ein System entwickelt, das Blutfiltrationen überwacht und feststellt, wann ein Filter defekt oder die Filtration missglückt ist. Ein wichtiges Kriterium dafür ist die Zeit: Jeder Hersteller von Blutprodukten muss eine Spanne festlegen, innerhalb derer die Qualität der Blutkonserven gewährleistet ist. Fließt das Blut bei der Filtration schneller als angegeben, kann das ein Hinweis auf eine schlechte Filtration durch das verwendete Filtersystem sein. Die Konserven können dann nur nach einer aufwendigen Qualitätskontrolle verwendet werden. Fließt das Blut langsamer, kann das ein Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Qualität des Blutes sein, und die Blutkonserven werden sicherheitshalber nicht verwendet. Bisher überprüfen die Mitarbeiter der Blutbank den Prozess mit einer Stoppuhr und entsorgen alle Blutproben, die nach der angegebenen Zeit noch nicht zu Ende filtriert sind. Das Personal bemerkt dabei jedoch nicht, wenn ein Loch im Filter ist und das Blut in kürzerer Zeit durchrauscht.

Bei dem neuen Überwachungsgerät registriert ein Durchflussmesser hinter dem Filter, wann das Blut filtriert ist. Wie lange welche Probe getropft ist, speichert das System in einer Datenbank. Am Bildschirm lässt sich verfolgen, bei welchen Beuteln der Filter einwandfrei gearbeitet hat. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema